Scheele kommt bei „Visbeker Braut“ nicht zum Zug

Kirchhatter Unternehmer Cord Naber ersteigert Aumühler Lokal für 150.000 Euro

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Die „Visbeker Braut“ und das benachbarte Grundstück wurden für insgesamt 217 000 Euro an einen Unternehmer aus Kirchhatten verkauft. Seine genauen Pläne für das Areal wollte er noch nicht verraten.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Der Kirchhatter Unternehmer Cord Naber hat das Lokal „Visbeker Braut“ in Aumühle ersteigert. Er bot am Dienstagvormittag 150 000 Euro im Amtsgericht Wildeshausen. Karsten Scheele von der gleichnamigen Firma war bereit gewesen, 136 000 Euro zu bezahlen. Das Gelände grenzt an das geplante Industrie- und Gewerbegebiet Wildeshausen-West, was den Verkauf politisch interessant macht. Der neue Eigentümer wollte noch nicht so recht sagen, welche Pläne er hat. Aber es habe nichts mit Wildeshausen-West zu tun, versicherte er auf Nachfrage dieser Zeitung.

Wegen der Schulden der ehemaligen Besitzerin wurde die „Visbeker Braut“ zwangsversteigert. Im kleinen, etwa 40 Quadratmeter großen Saal des Gerichts hatten sich 25 Bieter und Beobachter, darunter auch Ratsmitglieder, in zwei Stuhlreihen eingefunden, womit fast jeder Platz besetzt war. Scheele und der Chef der Güllebank Weser-Ems, Edelhard Brinkmann, verfolgten, wie der hinter ihnen sitzende Naber das erste Gebot über 90 000 Euro abgab. In der Folge bestimmten aber Scheele und Brinkmann das Geschehen. Letzterer wollte das Grundstück nach eigenem Bekunden erwerben, um dort zu investieren, während es Scheele auch um Wildeshausen-West gegangen sein dürfte. Das 2 500 Quadratmeter große Areal könnte als Ausgleichsfläche für den abzuholzenden Wald in dem Industrie- und Gewerbegebiet dienen.

Brinkmann bot – mit einem Grinsen – immer einen, mal auch zwei Euro mehr als Scheele. Der wirkte ebenfalls recht entspannt. Doch dann steigerte der Güllebankchef sein Angebot erheblich, ging auf 116 570 Euro – das sind sieben Zehntel des Verkehrswertes. Unterhalb dieser Schwelle kann der Zuschlag versagt werden.

Die Landessparkasse zu Oldenburg hat mit Abstand die höchsten Ansprüche gegen die ehemalige Besitzerin, weswegen sie vor Ort vertreten war. Die Banker und ihr Anwalt beobachteten, wie ein weiterer Bieter eingriff: Jan-August Muhle, Geschäftsführer der Visbeker Spedition Contrail. Doch seine 122 000 Euro reichten nicht. Letztendlich war es Naber, der Zeichen setzte. Der 46-Jährige ging mit 135 000 Euro über Muhles Angebot hinweg und erhöhte dann von Scheeles 136 000 ohne Umschweife auf 150 000 Euro. Das reichte, um alle anderen Interessenten abzuschrecken.

„Es geht mir um den Standort“

Naber ist Geschäftsführer von „Koopmann Kraftfahrzeuge & Service“. Das Unternehmen hatte 2016 eine Bilanzsumme von rund 6,5 Millionen Euro. Die Firma repariert, verkauft sowie verleiht Lastwagen und schleppt diese ab. Auch im Transportbereich sind die Mitarbeiter aktiv.

Der 46-Jährige kündigte an, das Grundstück und Gebäude der „Visbeker Braut“ aufzuräumen und dann zu schauen. Er kenne das Lokal noch von früher, als dort vor allem niederländische Lastwagenfahrer einkehrten, um Pause zu machen. „Es geht mir um den Standort“, sagte Naber. Naheliegend ist, dass er dort einen Autohof betreiben will. Sollte das Industriegebiet Wildeshausen-West Realität werden, würde der Lkw-Verkehr deutlich zunehmen.

Allerdings gibt es kein Überwegungsrecht von der Ahlhorner Straße (alte B 213) zur „Visbeker Braut“. Die Auffahrt und ein großer Teil des Parkplatzes gehören der Stadt Wildeshausen. Auch deswegen war Naber wohl an dem Nachbargrundstück interessiert, das nur eine halbe Stunde später versteigert wurde. Wieder zog Scheele dabei den Kürzeren. Er bot zwar 66 000 Euro für das nur mit 35 000 Euro angesetzte, 3 000 Quadratmeter große Areal, doch Naber setzte mit 67 000 Euro noch einen drauf. Infolge dieser Versteigerungen befinden sich jetzt zwei potenzielle Ausgleichsflächen für Wildeshausen-West in den Händen eines Investors, der damit offensichtlich andere Pläne hat.

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