Der Kampf gegen die Temperaturen im Alltag 

Die Schattenseite des Sommerwetters

Die Visbekerin Sylvia Meyer verteilt die Post in den Wildeshauser Straßen. Sie genießt vor allem den Fahrtwind. Des Öfteren macht sie aber auch ihr Käppi nass, damit die Sonne nicht so sehr auf ihrem Kopf brennt.

Wildeshausen - Von Lea Oetjen. Diese Tagen haben es in sich. Temperaturen zwischen 25 und über 30 Grad lassen vergessen, dass der Sommer eigentlich noch gar nicht begonnen hat. Subtropische Temperaturen in Deutschland. Auch Wildeshausen kommt aus dem Schwitzen nicht heraus.

Doch nicht jeder kommt bei dieser Hitze ohne Probleme zurecht. Damit die heißen Tage erträglicher werden, reichen oft schon einige einfache Maßnahmen. Wir haben uns bei Leuten angehört, die der Hitze schonungslos ausgeliefert sind und sie nach ihren Tipps und Tricks gefragt.

Am Spargel- und Erdbeerstand, einem Holzhaus, an der Ahlhorner Straße ist Gisela Aebker der Hitze ausgesetzt. „Mein Geheimtipp zum Abkühlen ist ein Wasserspray aus der Dose“, verrät sie. In ruhigen Minuten sprüht es die Harpstedterin unter anderem auf die Arme. „Außerdem hab ich mir eine Halterung für die Tür gebastelt. Sie bleibt immer ein Stück offen, sodass ich einen angenehmen Luftzug abkriege“, erzählt Aebker stolz. Man muss sich bekanntlich nur zu helfen wissen.

Wasser in der Dose ist das Geheimrezept von der Harpstedterin Gisela Aebker gegen das Wetter.

Von der Luft profitieren auch die Postboten. Heinrich Kunst fährt bei diesen Temperaturen ausschließlich mit offenen Fenstern. Der Fahrtwind kühle wunderbar ab. „Selbstverständlich trinke ich auch jede Menge Wasser“, erklärt der Twistringer. Während Kunst im gelben Postauto die Wildeshauser Straßen unsicher macht, verteilt Sylvia Meyer die Post per Fahrrad. „Mein Käppi mache ich mehrmals am Tag nass, damit die Sonne auf dem Kopf nicht so brennt“, sagt die Visbekerin, die im Gesicht schon sichtbar Farbe bekommen hat. „Der Fahrtwind ist allerdings mit Abstand die beste Abkühlung. Ich trinke viel kaltes Wasser, auch wenn ich weiß, dass das eigentlich nicht gut sein soll...“ Wo sie recht hat, hat sie recht.

Handwerker Marko Schmedes hat sich einen Kühlschrank auf die Baustelle gestellt, um Eis und Getränke zu kühlen.

Hartmut Kolloge, Taxifahrer, weiß, wie es besser geht. „Warmen Tee“, antwortet er auf die Frage, was er tagsüber trinkt – damit liegt er gar nicht so falsch. Wie Experten berichten, sollten die Getränke weder heiß noch eiskalt sein. Denn im Körper müssen kühle Getränke erwärmt, heiße gekühlt werden. Eiskalte Getränke bei äußerer Hitze geben unserem Körper das falsche Signal, zusätzliche Wärme zu produzieren. Trinken wir hingegen heiße Getränke, geraten wir zu stark ins Schwitzen. Dann wird es noch schwerer, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. „Im Moment versuche ich aber auch immer, im Schatten zu parken. Die Klimaanlage erledigt dann den Rest“, erklärt Kolloge.

Kühlschrank auf der Baustelle

Eine Lüftung hat Marko Schmedes, der beim Bau der Bahnhofshalle mitarbeitet, zwar nicht, dafür aber einen Kühlschrank. „Wir müssen die Getränke kaltstellen. Zwischendurch gibt es auch mal ein Eis“, offenbart Schmedes lachend. Zudem versuche er immer, eine Arbeit zu finden, die im Schatten ausgeübt werden kann. „Wenn das nicht klappt, dann geht es schnell an den Kühlschrank im Bauwagen.“

Einen solchen gibt es auf der Baustelle an der Heemstraße leider nicht, dafür aber viele schattige Stellen. „Jede noch so kleine Pause verbringen meine Kollegen und ich mit einer Flasche Wasser außerhalb der Sonne“, erzählt Handwerker Edgar Bauer.

Kellnerin Annett „Netti“ Hammer rät, sich während der Hitzewelle einfach langsamer zu bewegen. - Fotos: Oetjen

Die Arbeit schläft bekanntlich nie – auch beziehungsweise vor allem nicht in der Brasserie. Während Kellnerin Annett „Netti“ Hammer beim flinken Bedienen immerhin so etwas wie Fahrtwind auf der Haut spüren dürfte, ist die Wärme unumgänglich für Köchin Melanie Schlitzke. „Die Türen und alle Fenster stehen offen, dass ich wenigstens ab und zu mal einen Luftzug abbekomme“, schmunzelt sie. Es bleibe ihr nichts anderes übrig, als die Hitze einfach auszuhalten. „Ich trinke aber auch viel warmes Wasser, das kühlt den Körper wenigstens etwas herunter“, gibt Schlitzke den Experten recht. Und auch Hammer hat noch einen guten Geheimtipp: „Man kann sich auch einfach langsamer bewegen“, witzelt sie.

Schriftsteller Mark Twain hatte eindeutig recht, als er sagte: „Sommer ist die Zeit, in der es zu heiß ist, um das zu tun, wozu es im Winter zu kalt war.“

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