Schafschur-Tag am Pestruper Gräberfeld

120 Moorschnucken verlieren ihr Fell

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Holger Petzold nahm 120 Moorschnucken das Fall ab.

Wildeshausen - Rund zwei Minuten dauert es, bis der gelernte Schäfer Holger Petzold eine Moorschnucke von seinem Winterfell befreit hat. 120 mal greift er sich am Sonntag ein Tier, um es danach frisch geschoren auf die Wiese zu entlassen. „Das tut den Schafen nicht weh, und kalt ist ihnen danach auch nicht“, sagt er ganz entspannt. Während er seiner Arbeit nachgeht, schauen einige hundert Besucher zu, die zum Schafschur-Tag am Rande des Pestruper Gräberfeldes gekommen sind. Gestern informierte das Staatliche Forstamt über seine Tätigkeit und die jährliche Beweidungsaktion. Dazu gab es Würstchen von der Moorschnucke und Getränke.

„Seit Ende März haben hier 120 Tiere geweidet“, erzählte Herdenbetreuer Detlef Helmers. „Nun grünt schon die Heide, so dass die Tiere bis Pfingsten wieder weg müssen.“ Er war für seine Schwester als Schäfer eingesprungen, die aus gesundheitlichen Gründen passen musste. Da drei andere Beweidungen, unter anderem an der Glaner Braut und auf der Sager Heide, wegen des fehlenden Wolfsschutzes abgesagt werden mussten, konnte er in den vergangenen Wochen in Wildeshausen aushelfen und den Tieren vor dem Scheren auch gleich noch eine Wurmkur verpassen. „Hier gibt es einen Schafskoben, so dass die Tiere nicht gefährdet sind“, berichtete er. Ein gewöhnliches Schutznetz gegen Wölfe funktioniere auf der Heide nicht, da es nicht bis auf den Boden gespannt werden könne. „Die Wölfe kriechen einfach darunter hindurch“, beschrieb er die Problematik. Ob es im Herbst an der Glaner Braut und in der Sager Heide wieder eine Beweidung gibt, steht noch nicht fest. In Wildeshausen ist das aber mit Sicherheit der Fall, und im September müssen sich die Tiere schon der nächsten Schur unterziehen. Bis dahin sind sie nämlich bereits wieder dick in Wolle eingepackt.

dr

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