„Man wird so gut aufgenommen“

Schafferpaar genießt den Trunk, die Gemeinschaft und das Feiern

+
Der neue Schaffer jubelt auf dem Balkon. 

Wildeshausen – Trommelklang im Neubaugebiet, das schreckt um 22.30 Uhr so manchen Anwohner hoch. Doch diese Lärmbelästigung ist einmal im Jahr statthaft, wenn die Wahlmänner der Gilde ihren neuen Schaffer ausgesucht haben und das Tambourkorps zu dessen Wohnhaus marschiert. Immerhin wussten so einige Anwohner an der Lupinenstraße schon eher als die meisten Wildeshauser, dass in der Nachbarschaft das neue Schafferpaar Birte und Philipp Hogeback lebt.

Die beiden waren schnell an der Tür, als der Hauptmann der Wache, Detlev Hohn, klingelte. Die Eheleute strahlten, als sie gefragt wurden, ob sie das neue Schafferpaar werden möchten. „Ich feier das Gildefest sehr gerne“, erzählte Birte Hogeback. „Und ich stehe voll hinter dem Wunsch von Philipp, das Schafferamt bekleiden zu wollen.“

In den kommenden Jahren wird nun aber weniger gefeiert, sondern mehr organisiert und bewirtet. Doch darin hat Birte ohnehin Erfahrung. Am Pfingstdienstag half sie bei der Versorgung der Kompanie Cornauer Tor auf der Burgwiese. Und auch Philipp versah noch seinen Dienst in der Wache. „Wir waren requirieren, um die Wachekasse aufzubessern“, erzählte er. „An der Harpstedter Straße.“ Danach ging es aber nach Hause, um den Empfang für die Wahlmänner vorzubereiten.

Offiziell gefragt wurden die Hogebacks am Himmelfahrtstag. Doch schon vorher waren sie immer mal wieder im Gespräch. „Es gab so einige Gerüchte“, erzählte Philipp Hogeback. „Nach unserer Hochzeit im Dezember 2017 war es fatal“, schmunzelte Birte. „Da kamen dann viele Anfragen, ob wir nicht jetzt bereit wären, das Schafferamt zu übernehmen.“

Der Schafferpaar schenkt ein' ein. 

Am Mittwoch waren die Hogebacks um 10 Uhr wieder munter und gut gelaunt. „Es hat megaviel Spaß gemacht“, so Birte Hogeback. „Das Schöne ist, dass man an dem Abend gar nicht so viel nachdenken muss. Man wird so gut aufgenommen.“ Das Schafferpaar verließ den Rathaussaal um halb vier. Nach der Aufregung lagen die beiden dann aber erst um halb fünf im Bett.

Und wie hat der Schaffertrunk geschmeckt? „Lecker“, sagte Birgit Hogeback. „Ich hätte den ganzen Pokal austrinken können.“ Da allerdings auch einiges an Alkohol in dem Gebräu ist, war es sicherlich sinnvoll, nur so lange zu trinken, wie das Wildeshauser Lied auf dem Balkon gespielt wurde.  

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Massendemos und neue Unruhen: Katalonien-Konflikt eskaliert

Massendemos und neue Unruhen: Katalonien-Konflikt eskaliert

Abstimmung über Brexit-Deal könnte denkbar knapp ausgehen

Abstimmung über Brexit-Deal könnte denkbar knapp ausgehen

Fotostrecke: U19-Spieler Woltemade im Abschlusstraining dabei - Pizarro bereit für Hertha

Fotostrecke: U19-Spieler Woltemade im Abschlusstraining dabei - Pizarro bereit für Hertha

Tausende protestieren im Libanon

Tausende protestieren im Libanon

Meistgelesene Artikel

Was passiert mit altem Brot bei Bäckern und Supermärkten?

Was passiert mit altem Brot bei Bäckern und Supermärkten?

Sprinter kracht ins Heck eines Seats

Sprinter kracht ins Heck eines Seats

Realschüler sammeln Geld, um Bäume für den Klimaschutz zu pflanzen

Realschüler sammeln Geld, um Bäume für den Klimaschutz zu pflanzen

Industrie statt Wald: „Abholzung spottet jeder Beschreibung“

Industrie statt Wald: „Abholzung spottet jeder Beschreibung“

Kommentare