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Wildeshauser Schaffer hofft auf neues Amt

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Von: Dierk Rohdenburg

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Mit einem überdimensionalen Papagoy: Das Schafferpaar Philipp und Birte Hogeback im heimischen Garten.
Mit einem überdimensionalen Papagoy: Das Schafferpaar Philipp und Birte Hogeback im heimischen Garten. © dr

Wildeshausen – Wie oft musste sich Philipp Hogeback in den vergangenen zwei Jahren anhören, dass er auf dem besten Weg sei, ein „ewiger Schaffer“ zu werden? Nun könnte er endlich zum Fähnrich ernannt werden.

Am 11. Juni 2019 wurde Philipp Hogeback mit seiner Frau Birte um Mitternacht auf dem Wildeshauser Rathausbalkon vorgestellt. Planmäßig wäre er am darauffolgenden Pfingstdienstag zum Fähnrich ernannt worden. Dann jedoch brach die Corona-Pandemie aus und verhinderte zwei Gildefeste sowie die Ernennungen und Beförderungen auf der Herrlichkeit.

Dieses Jahr soll es endlich klappen. Die Vorzeichen für den 7. Juni stehen gut. Corona dürfte die Versammlung im Schatten der Alexanderkirche nicht verhindern. Somit könnten nur plötzliche Erkrankung oder Unfälle ein Kommen des scheidenden Schaffers vor Oberst Wille Meyer und General Jens Kuraschinski verhindern. „Ich schleppe ihn zur Herrlichkeit, egal wie“, kündigt Birte Hogeback an. Die Schafferzeit müsse schließlich mal vorüber sein. „Auch die Ewigkeit hat ein Ende“, sagt Philipp Hogeback amüsiert. „Ich finde es schön, dass jetzt etwas Neues beginnt.“

Dreijährige Schafferzeit hat es lange nicht mehr gegeben

Dass ein Schaffer drei Jahre im Amt bleiben muss, hat es in der Schützengilde schon lange nicht mehr gegeben. Seit dem Zweiten Weltkrieg wechselte das Amt jährlich, denn schließlich muss die Gilde für Nachwuchs sorgen. „Ich bin zuversichtlich, dass es einen Nachfolger für mich geben wird“, betont Philipp Hogeback. Die Fähnriche und er haben sich intensiv mit dieser Frage beschäftigt. Am Himmelfahrtsstag wurde dem Oberst der neue Kandidat genannt, der am Pfingstdienstag zur Wahl steht.

„Die Zeit war lang, seltsam und schön“, finden die Hogebacks. Im ersten Jahr war Philipp Hogeback bereits bei vielen Veranstaltungen als Schaffer dabei. So beim Rockappell und der Generalversammlung der Gilde. Kurz vor dem Termin des Schaffermahls kam dann das abrupte Ende. „Wir mussten nur noch das Zinngeschirr putzen“, erinnert sich Birte. „Die Veranstaltung war vorbereitet. Dann wurde alles abgesagt.“

„Im Prinzip habe ich dann mit den Aktivitäten da wieder angefangen, wo es vor zwei Jahren aufgehört hat“, erzählt Philipp Hogeback. Diesmal ging das Schaffermahl – wenn auch verspätet – über die Bühne. Und die Aufregung vor dem nächsten Gildefest wächst. Auf den Schaffer kommen nämlich in den nächsten Jahren einige Aufgaben zu. So ist er am Dienstag nach Pfingsten für die Bewirtung der neuen Rekruten auf dem Marktplatz zuständig. Diese müssen sich dort ins Protokollbuch der Gilde eintragen.

Anschließend muss das Schafferpaar die Offiziere und Gäste im Rathaussaal bis etwa 5 Uhr am nächsten Morgen bewirten. „Das geht nur mit vielen Freunden und Bekannten“, erzählt Birte. „Es ist toll, dass alle, die uns schon vor zwei Jahren Hilfe zugesagt hatten, noch immer dabei sind. Es gab zudem viele andere, die auf uns zugekommen sind und helfen wollen.“

Einige Aufgaben für den neuen Fähnrich

In den nächsten Jahren wachsen die Aufgaben allerdings: Als Fähnrich muss Hogeback beispielsweise die Bewirtung einer Kompanie übernehmen. Das geht gut ins Geld und wird kaum von dem Scheck der Gilde abgedeckt, den ein Schaffer zu Beginn seiner Amtszeit erhält.

Von dem Geld muss sich der angehende Fähnrich zudem seine Uniform kaufen. Diese hat Philipp Hogeback bereits seit mehr als zwei Jahren im Schrank hängen. Und sie passt noch. „Das habe ich schon gecheckt“, sagt er zufrieden.

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