100 Moorschnucken wieder in Wildeshausen

Schafe haben auf dem Gräberfeld viel zu fressen

Die Moorschnucken sind da: Sie grasen wieder auf dem Pestruper Gräberfeld.
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Die Moorschnucken sind da: Sie grasen wieder auf dem Pestruper Gräberfeld.

Wildeshausen – Die Herbstbeweidung auf dem Pestruper Gräberfeld hat begonnen. Schäferin Susanne Loewe beweidet im Auftrag der Niedersächsischen Landesforsten bis voraussichtlich Anfang Dezember mit rund 100 Moorschnucken und einigen Ziegen die rund 30 Hektar große Heidefläche.

„Durch den feuchtwarmen Sommer haben sich Rasenschmiele und Schafschwingel stark ausgebreitet. Diese müssen die Schafe nun bevorzugt fressen, damit die Heide auf den Flächen erhalten bleibt“, erklärt Jörn Schöttelndreier, Förster für Waldökologie und fachlicher Betreuer des Gräberfeldes.

2005 stellte massiver Befall der überalterten Heidepflanzen durch den Heidblattkäfer und die Ausbreitung von Drahtschmiele die Verantwortlichen vor große Probleme. Ein Runder Tisch mit allen Interessierten wurde 2006 vom Forstamt eingerichtet.

Ab 2007 wurde die Beweidung mit den sehr genügsamen hornlosen Diepholzer Moorschnucken erstmals vorgenommen. Die Beweidung erfolgt seitdem mit etwa 100 Tieren jedes Frühjahr und jeden Herbst. Die Heideflächen des Pestruper Gräberfeldes haben sich seitdem nach Einschätzung von Schöttelndreier sehr gut verjüngt, der Heideblattkäfer bereitet keine Probleme mehr und das Gras ist aus den Heideflächen weitgehend verschwunden.

Im Naturschutzgebiet herrscht Wegegebot. Hunde sind ganzjährig an der Leine zu führen.

Gebiet steht seit 1938 unter Naturschutz

Das Pestruper Gräberfeld ist eines der größten erhaltenen Gräberfelder aus der Bronze- und Eisenzeit (etwa 2.000 bis 0 v. Chr.) im nordeuropäischen Raum. Bereits 1819 erließ die Herzogliche Kammer in Oldenburg die erste Verordnung zum Schutz von Großstein- und Hügelgräbern. Die Fläche ist seit Langem im Besitz der Landesforsten. Auf 39 Hektar Heidefläche befinden sich über 500 Grabhügel.

Seit 1938 steht das Gebiet unter Naturschutz. Die Naturschutzgebietsverordnung wurde im März 2017 neu gefasst.

Seit einigen Jahren ist es auch nach europäischem Naturschutzrecht Natura 2000 als sogenanntes FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) ausgewiesen. Die Bedeutung für „Natura 2000“ wird so beschrieben: „Repräsentatives Gebiet für trockene Sandheiden im Naturraum „Ems-Hunte-Geest und Dümmer-Geestniederung“.

Ziel ist es, die Heideflächen und die Gräber als Bodendenkmäler in ihrer jetzigen Form zu erhalten.

Das Gräberfeld ist Bestandteil der „Straße der Megalithkultur“ und hat mit seiner ausgeprägten Heidefläche einen hohen touristischen Stellenwert im Naturpark Wildeshauser Geest (www.wilde-geest.de).

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