Neue Tuchfilteranlage installiert, die Mikroplastik aussortiert

Saubere Sache am Klärwerk

Starteten den neuen Filter: Uwe Kläner, Jens Kuraschinski, Jörg Dohrmann und Matthias Schnieder (v.l.)
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Starteten den neuen Filter: Uwe Kläner, Jens Kuraschinski, Jörg Dohrmann und Matthias Schnieder (v.l.)

Wildeshausen – Es hat deutlich länger gedauert, als ursprünglich gedacht, doch jetzt hat die Wildeshauser Kläranlage, die auch das Dötlinger Abwasser reinigt, einen neuen Ablauffilter, der unter anderem Mikroplastik aus dem Wasser holt. Am Donnerstag nahmen Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski, Dötlingens Bauamtsleiter Uwe Kläner, Jörg Dohrmann, bei der Stadt zuständig für Abwasser, sowie Kläranlagenleiter Matthias Schnieder die Anlage in Betrieb. Sie hat nach Kuraschinskis Angaben „Vorbildfunktion“ und soll dafür sorgen, dass die Stadt „möglichst wenig Schadstoffe in den Naturkreislauf“ zurückführt.

„Der Filter ist Gold wert“, fasste es Dohrmann zusammen. Und er ist auch gar nicht so teuer. Die Kosten werden mit 460 000 Euro beziffert. Durch die Verrechnung mit der Abwasserabgabe an das Land spart die Kläranlage aber 150 000 Euro, sodass Wildeshausen lediglich 254 200 und Dötlingen 55 800 Euro ausgeben müssen.

Mikrofasern halten Feststoffe zurück

Die Filteranlage ist in einem neuen Schachtwerk eingebaut worden. Die maximale Abwassermenge zum Tuchfilter ist auf 400 Kubikmeter pro Stunde begrenzt. Die Mikrofasern halten die Feststoffe auf. Während das Filtrat in den Ablauf fließt, steigt im Filtertuch der hydraulische Widerstand mit den zunehmenden Feststoffen. Schließlich wird die Filterreinigung ausgelöst, ohne dass der Filtrationsprozess unterbrochen wird.

„Das abgesaugte Schlammwasser wird dem Zulauf der Kläranlage zugeführt, das gereinigte Abwasser fließt in die Hunte“, so Dohrmann.

Seit Jahren war das Projekt in Planung gewesen. Die Kläranlage wurde in den wesentlichen Teilen 1977/78 gebaut und mehrfach in Teilbereichen erweitert – zuletzt 2016 mit dem Bau eines Nachklärbeckens.

„Unsere Werte waren immer gut“, so Dohrmann. Die neue Anlage sei nicht aufgrund neuer gesetzlicher Vorgaben installiert worden, sondern einfach, um das Wasser noch besser zu reinigen. Es ist zudem eine weitere Steigerung denkbar. Im Verteilschacht ist ein Ablauf für eine optionale Aktivkohlebehandlung angeordnet, die zukünftig zwischen Nachklärung und Tuchfilter geschaltet werden kann.

Starke Regenfälle ein Problem

Problematisch war in der Vergangenheit, dass die Kläranlage bei starken Regenfällen mit erheblichen Abwassermengen klarkommen musste, die die Ablaufqualität verschlechterten.

„Durch den zusätzlichen Einsatz der Tuchfilteranlage soll diese Qualitätsminderung verhindert werden“, so Dohrmann. „Außerdem trägt eine solche Anlage zur Stabilität der Ablaufwerte insbesondere beim Phosphor und dem chemischen Sauerstoffbedarf auch im Normalbetrieb bei.“ Dazu käme das Zurückhalten des Mikroplastiks, das sich beispielsweise in Kosmetika, Zahnpasta oder Textilien befinde und ins Abwasser gelange.  dr.

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