Leinemann legt Vorstandsamt nieder

Sasse weist massive Kritik zurück, verliert aber an Rückhalt

Wolfgang Sasse

Wildeshausen - Der Wildeshauser CDU-Stadtverbands- und Fraktionsvorsitzende Wolfgang Sasse spricht in einer am Mittwoch verbreiteten persönlichen Erklärung von „Nötigungen statt Dialog“ sowie veröffentlichten „Unwahrheiten“ über sein Verhalten. Er wehrt sich schriftlich gegen Vorwürfe des langjährigen CDU-Bürgermeisters Manfred Rollié, der Sasses Umgang mit der neuen CDW-Fraktion scharf kritisiert hatte.

„Woher mein langjähriger Wegbegleiter (...) seine Informationen bezieht, vermag ich nicht zu beurteilen“, schreibt Sasse zu Kritik, dass Fraktionsentscheidungen mit Ignoranz und Arroganz vorbereitet und getroffen wurden. „Fakt ist, dass Rollié in den vergangenen fast sieben Jahren nicht einmal an einer Fraktionssitzung der CDU teilgenommen hat, also auch nicht beurteilen kann, wie diese arbeitet und geführt wird“, betont Sasse. 

„Seitens der ausgetretenen Ratsmitglieder sowie von Rollié wird mir selbstherrliches, ignorantes und arrogantes Handeln vorgeworfen, dieses der Presse mitgeteilt und somit veröffentlicht. Hierzu stelle ich fest, dass bis zum heutigen Tag weder mir noch der CDU oder einer Sportorganisation Fakten geliefert wurden, die ein selbstherrliches und ignorantes geschweige denn arrogantes Handeln auch nur ansatzweise belegen.“

Hans-Uwe Leinemann

Sasses Angaben zufolge werden wesentliche Vorgänge in der Fraktion protokolliert und demokratisch entschieden. Er weist die Unterstellung zurück, Unwahrheiten zu verbreiten. „Sofern das nicht durch eindeutigen Sachvortrag dargelegt wird, ist dieser öffentliche Vorwurf mehr als befremdlich zu bewerten. Vielmehr handelt es sich um den Versuch, mich öffentlich zu diffamieren“, kritisiert der CDU-Vorsitzende. 

„Ich wehre mich auch entschieden gegen die bereits mehrfach veröffentlichte Behauptung, ich hätte eine Mediation kategorisch abgelehnt. Hierzu stelle ich fest, dass die Entscheidung der Erfolglosigkeit einer Mediation nach Gesprächen mit der CDU und der CDW von der Verbandsseite beurteilt wurde. Grundsätzlich erachteten die CDU-Fraktion und auch ich eine Mediation als positiv.“

Zu dem Vorwurf, er würde an seinem Posten „wie Pech“ kleben, weist Sasse in seiner Pressemitteilung darauf hin, dass in der Fraktionssitzung am 9. April lediglich ein Antrag auf Abwahl als Fraktionsvorsitzender gestellt wurde. „Bevor die Wahl durchgeführt worden ist, konnte keiner der damals noch zehn Fraktionsmitglieder auf Nachfrage, wie es weitergehen könnte und wer die Position des Fraktionsvorsitzenden übernehmen soll, eine Antwort geben“, so der Christdemokrat. 

Angebliche Empörung über Austritte

Sämtliche Beschlüsse zur Einleitung eines Parteiausschlussverfahrens seien zudem vom Vorstand des CDU-Stadtverbandes entsprechend der CDU- Ordnungen einstimmig erfolgt und an den Kreisvorstand weitergeleitet worden. Sasse schließt mit der Feststellung: „Viele Bürger aller Altersgruppen, CDU-Mitglieder und Ortsverbände unserer Nachbargemeinden sind empört über die Art und Weise des Austritts der sechs Fraktionsmitglieder sowie deren Mitnahme der CDU-Listenmandate“.

Ebenfalls am Mittwoch legte der langjährige CDU-Ratsvorsitzende Hans-Uwe Leinemann dem Stadtverbandsvorsitzenden per E-Mail den Rücktritt von seinen Ämtern nahe. Leinemanns Konsequenz nach über 30 Jahren Vorstands- und 25 Jahren Ratsarbeit sei, mit sofortiger Wirkung sein Vorstandsamt als Beisitzer niederzulegen und seine CDU-Mitgliedschaft ruhen zu lassen. 

„Ein nicht nur von mir vorgeschlagenes Mediationsverfahren wurde durch Sasse abgelehnt. Eine Mitgliederversammlung wurde bis heute nicht durchgeführt.“ Leinemann betont, dass das, was derzeit in der Wildeshauser CDU passiere, nichts mit einer sachlichen politischen Auseinandersetzung zu tun habe.

Unterdessen lädt die CDW zu einer Infoveranstaltung für CDU-Mitglieder am Sonntag, 16. September, ab 11.30 Uhr in die Bahnhofshalle ein. Ziel soll es laut CDW sein, über die Hintergründe des Konfliktes in der CDU zu informieren. „Dabei kann es selbstverständlich unterschiedliche Sichtweisen geben“, so die CDW. - dr

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