Craftbeer-Braugasthaus: Nordmann rechnet mit sehr hohen Investition

Sanierung der Villa Knagge kostet rund 1,7 Millionen Euro

So stellt sich Architekt Stephan Damke im Auftrag von Nordmann eine neue Optik für die Villa Knagge vor.

Wildeshausen - Die Sanierung und der Umbau der denkmalgeschützten Villa Knagge an der Ahlhorner Straße wird zu einem Kraftakt und ist mit einem hohen finanziellen Aufwand für die Firma Nordmann aus Wildeshausen verbunden. Allein die Renovierungs- und Ausbaumaßnahmen der Villa kosten voraussichtlich 1,75 Millionen Euro. Das Gesamtprojekt liegt bei 2,5 Millionen Euro. Deshalb hofft Nordmann auf Unterstützung auch von Stiftungen.

Wie am Sonnabend berichtet, liegt dem Stadtrat die Empfehlung des Verwaltungsausschusses vor, den Erhalt des historischen Gebäudes mit 80 000 Euro zu bezuschussen. Vom Landkreis Oldenburg erhofft sich Nordmann eine Unterstützung in gleicher Höhe. Dazu sollten nach Möglichkeit Stiftungsgelder kommen, die allerdings noch nicht beantragt wurden.

Die ortsbildprägende Bedeutung der Immobilie für die Stadt Wildeshausen ist allgemein anerkannt. Viele Jahre lang war das Gebäude per Erbpachtvertrag von der katholischen Kirche an die Stiftung Johanneum überlassen worden. Offenbar wurden wichtige bestandserhaltende Arbeiten nicht ausgeführt, sodass es einen großen Sanierungsstau gibt.

Seit rund zwei Jahren ist an der Villa Knagge nichts repariert worden. Nun soll sie bald umgebaut werden. - Foto: Rohdenburg

Die Stiftung ist mittlerweile aus ihrem Vertrag ausgetreten, die Villa wird an Nordmann verkauft, die dort unter anderem ein Craftbeer-Braugasthaus einrichten möchte. In einem Brief an Bürgermeister Jens Kuraschinski heißt es: „Als Wildeshauser Unternehmen sind wir uns unserer Verantwortung der Stadt gegenüber bewusst und möchten mit unserem Bestreben, die Villa Knagge in ihrer historischen Einzigartigkeit zu erhalten, unseren Teil dazu beitragen, dass das schützenswerte, historische Stadtbild von Wildeshausen erhalten bleibt.“ Die Geschäftsführer von Nordmann, Fritz-Dieter Nordmann sowie Roland Damme, erklären, dass sie ein Signal setzen wollen und hoffen, „dass durch unseren Einsatz bei der Villa Knagge auch andere, schützenswerte Wildeshauser Immobilien sowie Denkmal-Ensembles in den Fokus geraten und sich Initiativen zum Schutz ergeben“.

Das Unternehmen möchte in der Villa Knagge ein Braugasthaus mit einer kleinen Hausbrauerei errichten und geht davon aus, dass es damit das Gebäude in seiner Einzigartigkeit zum Ausflugsort für viele Gäste aus nah und fern etablieren kann. So ist es dem Mittelständler vor mehr als fünf Jahren bereits gelungen, in den unter Denkmalschutz stehenden Hamburger Schanzenhöfen eine Brauerei mit angeschlossenem Braugasthaus zu errichten.

Die für die Arbeiten nötigen Investitionen sind hoch. Allein für die denkmalgerechte Reparatur des Daches rechnet Nordmann mit 300 000 Euro. Die Fassade schlägt mit 150 000 Euro zu Buche, und für die Sanierung des Balkons mit der Holzfassade müssen voraussichtlich 200 000 Euro gezahlt werden. Im Innenausbau sind wohl etwa 250 000 Euro fällig, die Gartengestaltung soll um die 100 000 Euro kosten.

Die Förderungen durch die Stadt Wildeshausen und den Landkreis Oldenburg sind nach Auskunft von Nordmann feste Bestandteile des Finanzierungskonzeptes. Mit der Umsetzung des Projektes sollen dauerhaft mindestens 28 Arbeitsplätze neu geschaffen werden.  J dr

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