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Harpstedter Straße in Wildeshausen: Sanierung, aber kein Flüsterasphalt

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Von: Dierk Rohdenburg

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Sanierungsbedürftig und stark belastet: Die Harpstedter Straße in Wildeshausen.
Sanierungsbedürftig und stark belastet: Die Harpstedter Straße in Wildeshausen. © dr

Wildeshausen – Trotz mehrmaliger nachdrücklicher Intervention der Stadt Wildeshausen wird die Harpstedter Straße im Zuge der Sanierung über zwei Kilometer keinen sogenannten Flüsterasphalt bekommen.

Das teilte Silke Baehr, Fachbereichsleiterin Bau der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) in Oldenburg, auf Nachfrage mit.

Sie bestätigte, dass die Stadt im Rahmen der Baustellen-Vorbesprechungen auf ihren bereits 2019 verabschiedeten Lärmaktionsplan verwiesen hat. Dieser regt unter anderem an, einen offenporigen Straßenbelag zu verwenden, um Fahrgeräusche zu reduzieren.

„Der städtische Plan ist für uns aber nicht maßgeblich“, sagt Baehr. Die Fahrbahn befinde sich im Eigentum des Landes und dieses sehe bei geringen Geschwindigkeiten keinen besonderen Untergrund vor. „Bei einer Geschwindigkeit unter 50 Stundenkilometern sind die Motoren lauter als die Rollgeräusche“, erklärt Baehr. Dass dort abends unerlaubt schneller gefahren werde, sei nicht das Maß der Dinge. Das Land sei zudem der Ansicht, dass der Flüsterasphalt deutlich teurer sei und nicht so lange halte. Von daher gebe es keinen Ermessensspielraum bei der Materialauswahl.

Große Belastungen für die Anwohner

Der Lärmaktionsplan der Stadt, vom Lärmkontor in Hamburg erstellt und vom Stadtrat verabschiedet, geht detailliert auf die unterschiedlichen Belastungen der Anwohner in Wildeshausen ein. So stellt das Büro fest, dass an der Harpstedter Straße zwischen der Einmündung Zuschlagsweg und dem Abzweig „Im Hagen“ wie auch zwischen der Einmündung Reckumer Straße und der Liegenschaft mit der Nummer 51 (gegenüber des Prinzessinnenwäldchens) zahlreiche Wohngebäude hoch und sehr hoch belastet sind. „Auf der ganzen Länge der Ortsdurchfahrt sollte geprüft werden, ob ein lärmmindernder Asphalt im Zuge der nächsten Sanierung aufgebracht werden kann“, heißt es in dem Gutachten. Eine weitere Maßnahme zur Lärmreduzierung wäre das Absenken der Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer.

Diese Anordnung müsste jedoch vom Straßenverkehrsamt des Landkreises erfolgen. Leiter Siegfried Bluhm hält das durchaus für denkbar, allerdings, so seine Einschätzung, müsste vorher ein neues Lärmgutachten vorliegen. „Wir müssen ja wissen, wie sich der neue Belag auswirkt“, erklärt er.

Lärmreduzierung durch neuen Belag

Nach Einschätzung der NLStBV dürfte sich der Lärm auch mit dem gewöhnlichen Asphalt reduzieren. Die Belastung der Anwohner durch den Verkehr sei aber selbstverständlich weiter gegeben, so Baehr, die zudem auf Vorwürfe eingeht, dass die Kommunikation im Vorfeld der Großbaustelle ungenügend gewesen sei. „Wir haben schon vor einem Jahr auf die Maßnahme hingewiesen“, betont sie. Nun sei fünf Wochen vorher die detailliertere Planung veröffentlicht worden. „Früher ging es einfach nicht, weil die Arbeiten ja erst einmal ausgeschrieben und vergeben werden mussten“, so Baehr. Sie verstehe, dass es Unruhe gebe, aber es gebe ja noch Zeit, um Einzelheiten zu planen. Die betroffenen Discounter an der Harpstedter Straße müssten es akzeptieren, dass sie für wenige Tage nicht per Kraftfahrzeug erreichbar seien. Das ergebe sich nun mal aus der Situation, dass eine komplette Ortsdurchfahrt saniert werden müsse.

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