Sammler bringen mehr als 15 Kubikmeter Abfall zum Bauhof

Mülllager mitten in der Wildeshauser Natur

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Die Bilanz am Tagesende konnte sich sehen lassen: Mehr als 15 Kubikmeter Müll kamen bei der „Aktion saubere Landschaft“ zusammen.

Wildeshausen - „Oft sind es die gleichen Stellen im Wald, an denen Müll liegt“, erzählte Henning Behrens vom Hegering Wildeshausen. Alle neun zur Gemeinde Wildeshausen gehörenden Reviere beteiligten sich am Sonnabend an der „Aktion saubere Landschaft“ – genauso wie die Jugendfeuerwehr, die Diakonischen Werke Himmelsthür, die Jusos (Jungsozialisten) und eine Familie von der Pestruper Straße.

Mit elf Leuten waren auch die Jäger vom Revier Düngstrup/Lüerte aufgebrochen, um das, was andere Menschen aus Unachtsamkeit oder sogar vorsätzlich an Müll in der Natur hinterließen, aufzuräumen und zum städtischen Bauhof zu bringen. Mit dabei waren auch der sechsjährige Ron, der siebenjährige Bjarne und der achtjährige Theis.

Nach einem arbeitsreichen Tag in Wald und Feld wiesen die Jungs eine Bilanz vor, die sich sehen lassen konnte: Gemeinsam mit den Jägern Behrens und Kurt Hespe-Meyer luden sie gut 1,5 Kubikmeter Müll am Bauhof ab. Dort kam im Laufe des Tages noch mehr zusammen: Ein großer Container voller Restmüll – insgesamt wohl mehr als 15 Kubikmeter – außerdem eine Menge alter Autoreifen, ein Fernsehgerät, eine Kaffeemaschine, Teile eines Staubsaugers sowie Altöl, Altholz und Alteisen. Manchmal stießen die Müllsammler auch auf volle Säcke, die jemand einfach in der Natur entsorgt hatte.

„Es ist jedes Mal wieder eine Überraschung, was uns an einem solchen Tag erwartet“, wusste Hans-Hermann Wohlers vom Bauhof. Und er behielt recht: Das Foto, das Hespe-Meyer auf seinem Mobiltelefon von seiner Entdeckung mitten im tiefsten Wald herumzeigte, erstaunte auch die Bauhofmitarbeiter. Eine riesige Masse an Kabelummantelungen war darauf umringt von Bäumen auf grünem Moosteppich zu sehen. „Wohl Überbleibsel von Diebesgut“, folgerte Hespe-Meyer. „Das wertvolle Kupfer wurde aus den Kabeln herausgeschnitten.“

Die Kinder machten derweil ihre eigenen Entdeckungen und wurden vom Müll sammeln mitunter auch durch Waldtiere abgelenkt. „Wir haben mehrere Mäuse gesehen“, erzählte Theis. „Bjarne ist einer sogar hinterher gerannt.“

„Ja, die ist dann plötzlich in einem Baum verschwunden“, erstattete der siebenjährige Waldforscher Bericht.

Nach der kleinen Pirsch galt das Hauptaugenmerk der Jungs aber wieder voll und ganz dem Müll.

„Die Entdeckung der Kabelreste war Zufall“, meinten Hespe-Meyer und Behrens. Als Jäger kenne man allerdings sein Revier ziemlich genau. Die Waidmänner sind wohl oft die ersten, die es bemerken, wenn Wald oder Feld mal wieder als Mülldeponie missbraucht wurden. „Es gibt Leute, die fahren vorsätzlich mit dem Auto in einen Feldweg rein, machen im Wald den Kofferraum auf und schmeißen dann raus, was sie loswerden wollen“, vollzog Behrens nach, was sich anhand einiger „Mülllager“ ablesen lasse.

Aber auch die Spuren von manchen Kohlgängen seien in der Landschaft ablesbar. Sowieso sei wohl der meiste Müll in zehn Metern Abstand rechts und links der Straßen und Wege zu finden, erklärte Hespe-Meyer.

Das wissen auch Ron, Theis und Bjarne schon – immerhin halfen sie nicht zum ersten Mal bei der „Aktion saubere Landschaft“ mit. Und so wussten sie auch, dass im Bauhof von der Stadt gestiftete Bockwürste, Brötchen und Limonade auf die fleißigen Sammler warteten. Nach 1,5 Kubikmetern Müll hatten die Jungs sich diesen Imbiss verdient.

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