Von der Sackgasse in die Zukunft

Krankenpflege „Bellersen & Lohmann“ investiert 5,8 Millionen Euro in „Geest Höfe“

Helga Lohmann und Frank Bellersen, Inhaber des Pflegedienstes „Bellersen & Lohmann“, wollen den Standort ihrer Firma auf das Gelände der „Geest Höfe“ verlagern.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Derzeit befindet sich das Büro der häuslichen Krankenpflege „Bellersen & Lohmann“ in einer Sackgasse an der Visbeker Straße in Wildeshausen. Zukünftig will die Firma ihre Geschäfte auf dem Gelände der „Geest Höfe“ am Lehmkuhlenweg in der Kreisstadt betreiben. Dort sollen zehn bis 15 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Unternehmen plant, 5,8 Millionen Euro zu investieren und neue Geschäftsfelder zu erschließen. So sind Wohngemeinschaften für Senioren und eine Tagespflege vorgesehen. Wenn die Bauarbeiten im Zeitplan bleiben, können die ersten Personen ab dem vierten Quartal 2019 betreut werden.

Die beiden Firmeninhaber Helga Lohmann und Frank Bellersen sind seit 25 Jahren als Dienstleister in der Region aktiv. Mit ihren knapp 60 Mitarbeitern betreuen sie rund 250 Senioren, die in Wildeshausen und umzu in ihren eigenen Häusern oder Wohnungen leben. Das Angebot umfasst sowohl ambulante Pflege als auch Hilfe im Haushalt.

Am neuen Standort wollen die beiden gelernten Krankenpfleger, die diverse Fortbildungen hinter sich haben, eine Tagespflege für 17 bis 24 Personen anbieten. Im gleichen Gebäude, aber getrennt durch eine Mauer, sollen die Büros zur Verwaltung des Kundenstamms angesiedelt werden. Das einstöckige Haus verfügt über eine Grundfläche von 735 Quadratmetern und ist Richtung Lehmkuhlenweg ausgerichtet.

Derzeit laufen Erdarbeiten zwischen dem Friedhof und der Raiffeisen-Warengenossenschaft am Lehmkuhlenweg in Wildeshausen. In ein paar Monaten sollen dort die „Geest Höfe“ errichtet werden. - Fotos: bor

Dahinter ist ein zweistöckiger Bau mit insgesamt 1 437 Quadratmetern geplant. In diesem sollen 24 Senioren in Wohngemeinschaften leben. Jeder bekommt ein eigenes, gut 22 Quadratmeter großes Zimmer mit einem behindertengerechten Bad und einer Terrasse beziehungsweise einem Balkon. Ergänzt wird das Angebot durch Gemeinschaftsräume und -küchen. Erste Anfragen liegen schon jetzt vor. „Ich bin ganz überrascht. Anscheinend gibt es einen hohen Bedarf. Wir haben erst einmal die Adressen aufgenommen“, so Bellersen. Mietverträge könne er noch nicht ausstellen. „Beide Gebäude sind erweiterbar“, betont der Mitinhaber. Denkbar wäre zum Beispiel, dass sich eine Arztpraxis ansiedelt.

Lange Jahre war das Unternehmen an der Heemstraße ansässig, doch es gab zu wenig Parkplätze für die 18 Dienstautos und die privaten Wagen der Mitarbeiter. „Die Situation war nicht mehr tragbar“, erinnert sich Bellersen. Deswegen zog der Pflegedienst im März 2016 an die Visbeker Straße um. „Das war als Zwischenlösung angedacht“, so der Mitinhaber. Auf dem Gelände der „Geest Höfe“ soll die Firma nun eine dauerhafte Heimat finden.

„Pflegeberuf lange Jahre nicht gewürdigt“

Um das Geschäft zu erweitern, braucht „Bellersen & Lohmann“ allerdings zusätzliches Personal. „Zum Glück stellen wir zum 1. August zwei neue Mitarbeiter im Pflegebereich ein“, freut sich Bellersen. Grundsätzlich stellt er fest: „Die Gesellschaft hat den Pflegeberuf jahrzehntelang nicht gewürdigt, und die Politik hat geschlafen.“ Dabei handele es sich um eine verantwortungsvolle und auch anstrengende Tätigkeit, die Perspektiven biete. „Ich mag es, mit Menschen zu arbeiten“, so der gelernte Krankenpfleger, der angibt, den Beruf nach wie vor „mit Leib und Seele“ auszuüben. Und das künftig nicht mehr vom Gebäude in der Sackgasse, sondern einem repräsentativen Neubau am Lehmkuhlenweg.

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