Rund 50 Bürger informieren sich im Mehrgenerationenhaus über Patenschaften für Flüchtlinge

„Wir wollen alle mit Respekt behandeln“

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Das Interesse am Informationsabend zu Flüchtlings-Patenschaften in Wildeshausen war groß.

Wildeshausen - Rund 50 Bürger wollten sich am Dienstagabend auf Einladung der Freiwilligenagentur „mischMit“ über Möglichkeiten informieren, wie Flüchtlinge in der Region betreut werden können.

Das Projekt „Willkommen – Miteinander in Wildeshausen“ ist eine gemeinsame Aktion der Freiwilligenagentur und der Initiative „Willkommen in Wildeshausen“ unter der Trägerschaft der Stadt. Ziel ist es, Paten für die Flüchtlinge zu finden, die Wildeshausen entweder zugewiesen wurden, hier einen Asylantrag stellen wollen oder schon gestellt haben.

Wie wichtig solche Patenschaften sind, berichtete Pastor Manfred Rose aus Dötlingen. Dort startete ein Patenschaftsprojekt bereits, bevor die ersten Flüchtlinge ankamen. Mittlerweile werden dort rund 60 Flüchtlinge in mehr als zehn Unterkünften betreut.

„Wir wollen alle Menschen, die zu uns gelangen, mit Respekt behandeln – egal ob sie aus Syrien kommen oder vom Balkan. Wir begleiten sie bei Arztbesuchen, helfen im Haushalt, wenn der Wasserhahn tropft, oder geben eine kleine Einführung in banale Dinge wie Mülltrennung“, so Rose.

Dass ein solches Projekt auch in Wildeshausen gut anlaufen wird, davon sind die Initiatoren überzeugt und sehen sich durch die große Anzahl von Interessierten bestätigt. Voraussetzung für eine Patenschaft sind unter anderem ein aktuelles Führungszeugnis, das die Stadt Wildeshausen nach Registrierung bei „mischMit“ kostenlos ausstellt und ein bisschen Geduld sowie Einfühlungsvermögen. Geduld, weil man nicht sofort am nächsten Tag in den „Einsatz“ geschickt wird, sondern von der Freiwilligenagentur in zwei Beratungsgesprächen vorbereitet wird. Einfühlungsvermögen, da die Flüchtlinge aus anderen Kulturen kommen und wahrscheinlich auf ihrer Reise viel Schlimmes erlebt haben.

„Normalerweise arbeiten Therapeuten in der jeweiligen Muttersprache an Traumata. Das können wir hier nicht leisten. Was wir aber tun können, ist, durch Beschäftigung und Normalität den Flüchtlingen zu helfen, Erlebtes zu verarbeiten“, so Thorben Kienert, Leiter der Freiwilligenagentur.

Ein Konzept wird bis Ende des Jahres fertig ausgearbeitet. Anfang 2016 soll es dann richtig los gehen und die ersten Patenschaften vermittelt werden.

Mit Julia Gunda und Michaela Kurwinkel stehen zwei Kontaktpersonen für Fragen bereit. Gunda ist als Flüchtlingssozialarbeiterin der Diakonie in Vollzeit dem Projekt zugeteilt, und Kurwinkel ist die Integrationsbeauftragte der Stadt Wildeshausen.

cr

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