Polizeihauptkommissar nach 46 Dienstjahren im Ruhestand

Rolf Quickert geht in Pension

Abschied und Neubeginn: Kommissariatsleiterin Gerke Stüven (l.) verabschiedete Rolf Quickert, dessen Nachfolge Ann-Kathrin Wiedenfeld antritt.
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Abschied und Neubeginn: Kommissariatsleiterin Gerke Stüven (l.) verabschiedete Rolf Quickert, dessen Nachfolge Ann-Kathrin Wiedenfeld antritt.

Wildeshausen – Schwer zu sagen, wie viele Unfälle Rolf Quickert schon verhindert hat. Auf jeden Fall mehr als so manches Verkehrszeichen. Doch jetzt geht der 63-jährige Wildeshauser Polizeibeamte, der unzähligen Kindern, Schülern, jungen Erwachsenen und Senioren die Verkehrssicherheit nahe gebracht hat, in den Ruhestand. Damit verliert das Revier an der Herrlichkeit einen Kollegen, der immer auf Augenhöhe mit dem Bürger kommuniziert hat und in der ganzen Stadt bekannt war. Dabei wollte der junge Quickert eigentlich gar nicht nach Wildeshausen.

„Ich wollte immer schon zur Polizei“

Am Freitag schilderte der Hauptkommissar bei einem Pressegespräch die Stationen seines beruflichen Werdegangs. „Ich wollte immer schon zur Polizei“, erinnerte er sich an seine Jugend. Er habe einen gewissen Gerechtigkeitssinn gehabt und die Arbeit der Ordnungshüter faszinierend gefunden. Am 1. Oktober 1974 trat er in die Polizei ein und zwei Jahre später seinen Dienst in Wildeshausen an. „Eigentlich wollte ich zurück in die Grafschaft Bentheim, da komme ich her. Aber damals wurde man eben versetzt.“ Wildeshausen kannte er gar nicht. „Ich musste erst mal auf der Karte gucken“, so Quickert. Aber gleich der erste Eindruck der Stadt sei positiv gewesen. „Ich habe mich auf Anhieb wohlgefühlt und schnell Anschluss gefunden. Auch, weil ich als Handballer aktiv war.“ Inzwischen ist der 63-Jährige hier gar nicht mehr wegzudenken.

Nach ein paar Jahren in Wildeshausen war Quickert von 1983 bis 1994 in Ganderkesee aktiv, wo er als Umweltpolizist von sich reden machte. „Der Fischereiverein Delmenhorst hatte von Einleitungen in die Delme berichtet. Da musste ein Beamter ermitteln.“ Diese Tätigkeit wurde zu Quickerts Steckenpferd, der schon immer ein Faible für Naturwissenschaften hatte. Dementsprechend gehörte er auch der 1994 in Wildeshausen entstandenen Umweltgruppe für den ganzen Landkreis an.

Nach diversen Schlenkern über den Kommissarslehrgang, den Einsatzdienst und eine neue Umweltgruppe stand dann plötzlich der inzwischen pensionierte Kriminaldirektor Günter König-Kruse in Quickerts Büro. „Er hat mich gefragt, ob ich im Bereich Prävention arbeiten könnte“, sagte der 63-Jährige. Als Handballtrainer war er im Umgang mit Gruppen und jungen Menschen erfahren.

Nach einer Bedenkzeit willigte Quickert ein und hat die Entscheidung nicht bereut, „denn die Prävention ist in der Polizeiinspektion Delmenhorst und den jeweiligen Revieren hoch angesiedelt“. Seit 2006 hat sich der Beamte von klein bis groß um die Erziehung aller Verkehrsteilnehmer gekümmert, angefangen mit dem Fußgängerführerschein im Kindergarten. „Ein Junge sagte mal ganz stolz, jetzt könne er ja endlich sonntags die Brötchen holen gehen“, erinnerte sich Quickert an einen schönen Moment.

Verkehrserziehung für alle Generationen

In anderen Situationen setzte der Kommissar auf die knallharte Wahrheit. Zum Beispiel, wenn er Berufsschülern anhand von Unfällen aus der Nachbarschaft verdeutlichte, wie schnell Fahranfänger die Kontrolle über ihr Auto verlieren können.

Aber der vielseitige Beamte engagierte sich auch beim Verein Brücke und führte Gespräche mit jugendlichen Straftätern. Außerdem war und ist er bei der Verkehrswacht aktiv, war im Präventionsrat der Stadt, hat Flüchtlingen die Straßenverkehrsordnung vermittelt und neben all diesen Aktivitäten auch noch zwei Kinder großgezogen. Seit dem 7. September ist „Quickie“, wie er manchmal genannt wird, Opa und will sich im anstehenden Ruhestand um seine Enkeltochter kümmern. Außerdem hat er mit seiner Frau Petra ein Wohnmobil gekauft, um zu reisen.

Seine Nachfolge in der polizeilichen Verkehrsprävention tritt Ann-Kathrin Wiedenfeld an. Die 35-jährige Kommissarin aus Großenkneten interessiert sich schon länger für diesen Bereich und hat zwei Monate hospitiert. Seit dem 1. September ist sie in Wildeshausen und wurde von Quickert eingearbeitet. „Dass die Prävention in guten Händen ist, macht es für mich leichter, mich zu verabschieden“, sagte der 63-Jährige, der sich nicht vorstellen kann, dass ihm im Ruhestand langweilig wird.

Von Ove Bornholt

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