Musikschule gibt Jahreskonzert

Rockiges krönt Blow-Konzert

Seine musikalische Vielseitigkeit stellte das Blasorchester Wildeshausen unter Beweis. Foto: Rinne
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Seine musikalische Vielseitigkeit stellte das Blasorchester Wildeshausen unter Beweis.

Wildeshausen - Von Holger Rinne. Es wurde ziemlich eng im Saal der Musikschule des Landkreises in Wildeshausen. Das Blasorchester Wildeshausen (Blow) brachte am Sonnabend anlässlich seines Jahreskonzerts fast 40 Musiker auf die Bühne. Da blieb in dem kleinen Saal nicht mehr viel Platz für das Publikum. Unter der Leitung von Holger Becker begeisterte Blow mit einem für Amateure äußerst anspruchsvollen Programm. Diesmal gab allerdings nicht der Orchesterleiter das Niveau vor. Das Gastspiel entpuppte sich vielmehr als Wunschkonzert. Die Musiker „durften im Notenarchiv stöbern und sich die Werke aussuchen“, verriet Becker vor Beginn der Veranstaltung.

Dass es sich bei der Auswahl nicht um verstaubte Archivleichen handelte, offenbarte bereits das Eröffnungsstück: „Kronos“ von Federico Agnello kam sehr futuristisch daher. Musikalisch stach von Beginn an die Percussion-Gruppe mit Christoph Korinke, Leon Pahl und Marvin Walther hervor. Mit großer Präzision und Transparenz glänzte das „Trio“ das gesamte Konzert über an der „Schlagwerk-Batterie“ – an Pauken, Glockenschlag und anderen Rhythmusinstrumenten.

Im zweiten Werk des Abends imponierte das tiefe Blech mit enormer Stimmgewalt. Im Fortefortissimo geriet die Akustik des viel zu kleinen Saals schnell an ihre Grenzen. „Pirates of the Caribbean: Dead Man's Chest“ von Hans Zimmer, arrangiert für Blasorchester von Jay Bocook, entführte die Zuhörer in die Welt der Filmmusik, bevor Altsaxofonist Adrian Scheele das Publikum in „Feeling Good“, einer jazzigen Orchesteradaption des Michael-Bublé-Hits von Henk Ummels, mit einer Soloeinlage verzauberte. Das Disney-Musical „Der König der Löwen“ hat sich in der Gunst des Publikums als Dauerbrenner erwiesen. In einem Medley von John Higgins brachten die Wildeshauser Blasmusiker die bekanntesten Melodien daraus auf die Bühne.

Wie schon beim Eröffnungskonzert des Musikkorps Wittekind im März präsentierte sich das Kinderorchester der Kreismusikschule unter der Leitung von Andreas Taute auch im Blow-Jahreskonzert vor der Pause mit einem Gruß aus der Karibik. Zu den Rhythmen von „Havana“ klatschte das Publikum lautstark mit.

Die Moderation übernahmen abwechselnd die Musiker – nicht immer perfekt, aber dafür umso sympathischer. Zur Überraschung des Dirigenten schafften es bei der Auswahl und Abstimmung durch das Orchester auch zwei traditionelle Weisen ins Jahreskonzertprogramm: Mit den Polkas „Wir Musikanten“ von Kurt Gäble und „Darinka“ von Freek Mestrini begann die zweite Konzerthälfte volkstümlich. Auch der „Tiger Rag“ ist in der Fassung von Lothar Gottlöber eher dem klassischen Blasorchesterrepertoire zuzuschreiben. Alle drei Stücke fanden unter den Zuhörern ihre Anhänger, wie sich an den eindeutig positiven Reaktionen ablesen ließ.

Im letzten Viertel wurde es richtig rockig. Led Zeppelin und die Rolling Stones gingen sozusagen „on Tour“: Die Arrangements von Patrick Roszell beinhalteten Welthits wie „Stairway to Heaven“ und „Paint it Black“. Da blieb so mancher Gast nicht mehr ruhig auf dem Stuhl sitzen. Als absoluter Gewinner ging „The Blues Brothers Revue“ sowohl in der Gunst des Publikums als auch aus der Abstimmung unter den Musikern hervor.

Am Ende des langen, aber kurzweiligen Abends kochte die Stimmung derart hoch, dass zu der eingeplanten Zugabe eine weitere improvisiert werden musste.

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