Nachnutzung könnte sehr teuer werden

Risse im ehemaligen Feuerwehrhaus

Dunkle Wolken über dem ehemaligen Wildeshauser Feuerwehrhaus? Es besteht erheblicher Sanierungsbedarf. - Archivfoto: dr

Wildeshausen - Der Erhalt attraktiver historischer Bausubstanz in Wildeshausen ist offenbar sowohl sehr teuer als auch technisch aufwendig. Das zeigt sich derzeit bei der Diskussion über die Zukunft der maroden Lohgerberei an der Huntestraße. Das deutet sich nun aber auch für das alte Feuerwehrhaus an.

Zwar wurde schon vor Jahren erwähnt, dass das Gebäude auf der Hunteseite Risse hat. Nun weist Bürgermeister Jens Kuraschinski in einer Mitteilung aber gezielt auf Sanierungsbedarf hin, und Baudezernent Manfred Meyer wird darin mit den skeptischen Worten zitiert: „Wir müssen prüfen, ob und inwieweit das Gebäude den gestellten Anforderungen statisch auf Dauer überhaupt gerecht werden kann, ohne dass künftig weitere Kosten zur Sicherung der Statik auf die Stadt zukommen werden.“

„Wir sind alle begeistert über das von der Expertengruppe unter Regie des Stadtmarketings entwickelte Nachnutzungskonzept zum alten Feuerwehrhaus“, teilt Kuraschinski mit. „Wildeshausen und die Region benötigen sicherlich einen Wegweiser, auf den wir die nächsten Jahre setzen können und der die Stadt sowie das Umfeld insbesondere im touristischen Bereich weiter voran bringt.“ Doch er gibt gleichzeitig zu bedenken: „Die Frage wird sein, wieviel Urgeschichtliches Zentrum sich die Stadt überhaupt leisten kann?“

Vor dem Hintergrund der vielen Projekte, die die Stadt noch auf der Agenda habe, sei bei der Entscheidungsfindung nämlich genau abzuwägen, ob „wir uns in der vorgelegten Dimension eine solche Einrichtung überhaupt auf Dauer leisten können. Dies betrifft insbesondere die Folgelasten, auch wenn wir hier eine große ehrenamtliche Unterstützung durch die Vereine erwarten dürfen“, so der Bürgermeister.

Er verweist darauf, dass gegenwärtig darüber Sondierungsgespräche geführt werden, ob es Kooperationspartner, Fördermittel oder Sponsoren für das Projekt gibt. „Die genauen Kosten werden gerade vom Baudezernat zusammen getragen“, erklärt Kuraschinski, der im Zuge der Diskussion zum Erhalt historischer Gebäudesubstanz in der Wildeshauser Innenstadt zudem anregt, sich Gedanken zu machen, „wie wir das Wenige, was noch vorhanden ist, für die Zukunft sichern“. Die Stadt habe zwar in der Regel Vorkehrungen zum Erhalt historischer Bausubstanz als Bauerhaltungssatzungen in die jeweiligen Innenstadtbebauungspläne aufgenommen, doch in der Vergangenheit hätten sich diese oftmals als „zahnlose Tiger“ herausgestellt.

„Ich sehe hier Handlungsbedarf, auf Grundlage einer neuen Konzeption ergänzende Regelungen zu schaffen, die fortan auch greifen“, so Kuraschinski. „Darüber hinaus sollte sich die Stadt mehr finanziell engagieren, was den Erhalt solcher Gebäude, Fassaden oder Traufgassen betrifft. Ich kann mir vorstellen, dass Teile des im Haushalt 2018 eingestellten Wirtschaftsförderungsbudgets hierfür eingesetzt werden, damit der Erhalt finanziell unterstützt wird. Die Beratungen hierzu werden bald angestoßen.“ - dr

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