Nordmann stellt Ultimatum / Stiftung Johanneum möchte nicht so viel zahlen

Ringen um die Villa Knagge

Marode: Insbesondere die Holzveranda der Villa Knagge ist stark sanierungsbedürftig. Foto: Rohdenburg

Wildeshausen - Die Firma Nordmann hat der Stiftung Johanneum und der katholischen Kirche St.- Peter ein Ultimatum bis zum 28. Februar gestellt. Bis dahin muss geklärt sein, zu welchen Konditionen das Unternehmen die Villa Knagge in Wildeshausen übernehmen kann. Ziel ist es, dort ein Braugasthaus einzurichten (wir berichteten). Das denkmalgeschützte Gebäude muss jedoch gründlich saniert werden. Und nach Einschätzung von Fritz-Dieter Nordmann, Inhaber des Getränkehandels, sind die Schäden am Gebäude durch die vergangenen zwei Winter deutlich größer geworden. „Wir haben das Projekt vor acht Monaten offiziell vorgestellt und sind schon deutlich länger damit beschäftigt“, erinnert Nordmann an Zeiten, als er glaubte, schon im Jahr 2019 eröffnen zu können. „Mittlerweile sind nach Auskunft des Architekten manche Teile der Villa Knagge gar nicht mehr zu sanieren. Es ist nicht damit getan, bestimmte Bereiche abzustützen. Von daher bin ich erstaunt, dass der Denkmalschutz das bisher so hingenommen hat“, sagt Nordmann.

Besitzerin der Villa Knagge ist die Stiftung Johanneum, die das Gebäude durch Erbpacht von der katholischen Kirche übernommen hat. Die Stiftung müsste im Fall eines gescheiterten Verkaufs mindestens zwei Millionen Euro für die Sanierung aufbringen - eine Summe, die sie nach eigenen Angaben nicht hat.

Bei den Verhandlungen geht es um deutlich weniger Geld. Schon vor Monaten hatten sich die katholische Kirche, die Stiftung und Nordmann über die zu zahlenden Summen geeinigt. Dabei hatte die Kirche der Stiftung sogar ein zinsloses Darlehen zur Verfügung gestellt. Jetzt geht es allerdings noch um den Mietvertrag der Volkshochschule für das Seminarhaus. „Für die Räume haben wir noch einen Kontrakt mit sechs Jahren Laufzeit“, erläutert VHS-Vorsitzender Paul Bramlage. Da die katholische Kirche und die Stiftung keine geeigneten Alternativräume zur Verfügung stellen konnten, müsse man über eine Entschädigung sprechen. Die Summe von 90 000 Euro steht im Raum. Sie ist nach Angaben von Bramlage deutlich niedriger als ursprünglich veranschlagt. „Wir sind stark runtergegangen mit unseren Forderungen“, erklärt er.

Eine Einigung hat es bislang nicht gegeben, denn dem Vernehmen nach war die Stiftung Johanneum in einem Gespräch am 23. Januar lediglich bereit, 10 000 Euro zu zahlen. „Unter solchen Voraussetzungen gehen wir aber nicht vorzeitig raus“, so Bramlage.

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte der kaufmännische Leiter des Johanneums Hubert Bartelt: „Es arbeiten alle zielorientiert an einer Lösung, um das beschlossene Konzept umzusetzen.“ Dazu gehört offenbar auch, dass sich die Politik am Donnerstag, 21. Februar, im Verwaltungsausschuss mit dem Thema befasst. Nach Informationen unserer Zeitung hat sich die Stiftung Johanneum an die Stadt gewandt und um finanzielle Hilfe gebeten.

Für Fritz-Dieter Nordmann ist klar: „Ab dem 1. März kümmere ich mich nicht mehr um die Villa Knagge, wenn bis dahin keine Zusage kommt.“ Man könne schließlich auch andere Gebäude in Wildeshausen ins Auge fassen. So ziehe die Polizei aus den denkmalgeschützten Bauten an der Herrlichkeit aus.

Bis zum 28. Februar hat die Villa Knagge jedoch oberste Priorität im Hause Nordmann. Die Eröffnung eines Brauhauses wäre dann aber auch nur noch mit großen Anstrengungen im Jahr 2020 zu realisieren. „Es werden ja schon einige Monate benötigt, um den Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren zu ändern“, so Nordmann. „Dann steht schon der nächste Winter vor der Tür.“  dr

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