Bebauungspläne gegen „Wohnklötze“ werden erneut ausgelegt

Ringen um die richtigen Regelungen

Größer als die Nachbargebäude: Ein Mehrparteienhaus am Haferweg in Wildeshausen.
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Größer als die Nachbargebäude: Ein Mehrparteienhaus am Haferweg in Wildeshausen.

Wildeshausen – Überdimensionierte „Wohnklötze“ oder „behutsame Nachverdichtung“ mit dem Ziel, in Wildeshausen weiteren Wohnraum zu schaffen? Zwischen diesen Polen bewegen sich die Diskussionen im Bereich der Bebauungspläne „Düngstruper Straße/Bargloyer Straße“ sowie „Visbeker Straße“, wo bereits mehrere große Mehrparteienhäuser errichtet wurden und einigen Protest der Nachbarn nach sich gezogen haben.

Nachdem einige Bürger im Rahmen der öffentlichen Auslegung Stellung zur geplanten Sammeländerung bezogen haben, sollen die überarbeiteten Pläne am Donnerstag, 24. Juni, ab 18.15 Uhr in der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bau und Umwelt (Rathaus) erneut diskutiert werden.

Die Änderungen haben zur Folge, dass die Öffentlichkeit und die Träger öffentlicher Belange erneut zu beteiligen sind. Es ist somit eine erneute Auslegung erforderlich, die jedoch zunächst vom Fachausschuss empfohlen und vom Verwaltungsausschuss beschlossen werden muss.

Neue Bauvorhaben sollen sich in die Umgebung einfügen

Ziel der Bebauungsplanänderungen ist es, die bislang in den Plangebieten entstandenen Siedlungsstrukturen zu erhalten, um zu gewährleisten, dass sich zukünftige Bauvorhaben in die Umgebungsbebauung einfügen. Deshalb werden die Maße der baulichen Nutzungen neu geordnet. Im Planentwurf heißt es: „Die bestehenden Pläne sind aufgrund ihrer geringen Regelungsinhalte, insbesondere durch den Verzicht auf eine Begrenzung der zulässigen Wohnungen und der fehlenden Festsetzung von Trauf- und Gebäudehöhen, nicht geeignet, um die Kubatur zukünftiger Neubauten ausreichend zu begrenzen und Nachbarschaftskonflikten vorzubeugen.“

Die neuen geplanten Festsetzungen gefallen nicht allen. So wehrt sich der Besitzer von Arealen am Kornweg und Haferweg gegen die zukünftigen Beschränkungen, weil er nicht – wie bei einem bereits fertiggestellten Objekt in der Nachbarschaft – ein Mehrfamilienhaus mit zwei Vollgeschossen sowie einem Staffelgeschoss für sechs Parteien errichten darf. Er führt an, dass an der Stelle kaum eine wirtschaftliche Bauweise mehr möglich sein wird, wenn der Bebauungsplan geändert wird. Die Stadt Wildeshausen hingegen geht in ihren Abwägungen davon aus, dass ein weiteres Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten zu einer unangemessen hohen städtebaulichen Dichte führen würde.

Aber auch die von Bürgern geforderte grundsätzliche Beschränkung auf maximal Vier-Familien-Häuser wird von der Stadt zurückgewiesen, da es im Gebiet bereits Gebäude mit mehr als vier Wohnungen gibt. Maßgeblich für die Planungen sei nicht die Zahl der Wohnungen, sondern die Gebäudekubatur, heißt es. „Durch die Möglichkeiten, in einigen Bereichen mehr als vier Wohnungen zu errichten, kann mehr Wohnraum geschaffen werden. Gerade auch kleine Wohnungen werden derzeit im Markt verstärkt nachgefragt“, heißt es.

Die Kritik einer Bürgerinitiative, dass an der Südseite des Haferweges ständig bewohnte zweite Obergeschosse möglich sind, die der „verkappte Wideraufguss des Staffelgeschosses über dem ersten Obergeschoss bei geringfügig verringerter Gebäudehöhe“ sind, weist die Stadt ebenfalls zurück. Man wolle keine kleinen Wohnungen unter dem Dach verhindern, ein Staffelgeschoss sei jedoch nicht möglich. Damit würden Blickbeziehungen auf Nachbargrundstücke verhindert und ausgeschlossen, dass ein Gebäude von einer Seite aus dreigeschossig wirkt.

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