Vom richtigen Ton bis zur stimmigen Chemie: Tag der offenen Tür in der Musikschule

Ein Riecher für Musik

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Bei ihrer actionreichen Abschlussvorführung hatten die Kinder der musikalischen Früherziehung jede Menge Spaß.

Wildeshausen - Auch wenn die Musikschule des Landkreises Oldenburg eine „Schule“ ist – ihre „Lehre“ ist keineswegs eine reine Kopfsache. „Das Erlernen eines Instruments ist etwas sehr Gefühlsbetontes“, sagt Musikschulleiter Raphael Jung. Das Motto lautet: Ausprobieren und gemeinsam spielen – statt einer redet und alle hören zu.

Genau das durften die Besucher des Tags der offenen Tür am Sonnabend nach Herzenslust: Die Musik in ihren verschiedenen Facetten ausprobieren und sich an den Instrumenten ihrer Wahl versuchen.

Schnell füllten sich die Listen, in denen die Besucher Interesse für einen Schnupperkurs bezüglich eines bestimmten Instruments bekundeten. „Es geht darum, in einem Zeitraum von vier Wochen herauszufinden, ob Instrument und Lehrer zu einem passen“, erklärte Jung. Es sei wichtig, dass die Chemie zwischen Schüler und Lehrer stimme. „In der Musik muss man sich eben auch riechen können“, so Jung. Die Schnupperkurse beginnen nach den Sommerferien.

Das Angebot richtet sich dabei ganz nach der Nachfrage. „Wir sind natürlich kundenorientiert und versuchen allen Wünschen gerecht zu werden“, betonte Jung.

In der Musikschule ist der Schüler eben auch Kunde – und der ist nun mal König. 1500 Musikschüler nutzen zurzeit das über den ganzen Landkreis verteilte Angebot mit der Hauptstelle in Wildeshausen und einer großen Zweigstelle in Ganderkesee. 50 Musiklehrer bringen den Schülern die verschiedenen Instrumente näher.

Am Tag der offenen Tür fanden sich besonders Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern ein, um ihr Wunschinstrument zum ersten Mal auszuprobieren und sich nach den Unterrichtsmöglichkeiten zu erkundigen. Wie die siebenjährige Frida Bergmann aus Wildeshausen kamen die meisten schon mit einer ganz bestimmten Vorstellung von ihrem musikalischen Ziel: „Ich will Cello spielen lernen“, sagte das Mädchen ganz bestimmt, und war sich darin noch sicherer, nachdem sie das erste Mal an den Saiten ihres Lieblingsinstrumentes gezupft hatte.

„Sehr beliebte Kurse mit ganz klassischem Gruppenunterricht sind zum Beispiel Blockflöte, Gitarre oder Keyboard“, wusste Jung zu berichten. Als etwas exotischer gelten die Streichinstrumente. „Geige und Cello interessieren nicht jeden – und Kontrabass spielen zu können, ist schon etwas Außergewöhnliches“, so Jung. Es gebe in der Musikschule beispielsweise auch nur einen Kontrabass-Lehrer. Klavier und Schlagzeug seien dagegen schon wieder beliebter. „Auch für diese großen Instrumente haben wir die Räumlichkeiten und die Ausstattung“, so Jung. Je nach Bedarf bietet die Musikschule Gruppen- oder Einzelunterricht an.

Ein Höhepunkt des Tages stellte die Aufführung der Früherziehungskinder mit Musiklehrerin Ute Klitte dar. Ein Früherziehungskurs geht über die letzten beiden Vorschuljahre eines Kindes. Es geht ums Singen, Tanzen, um Klanggeschichten und natürlich werden Instrumente ausprobiert. Die Kleinen lernen zuzuhören und sich zu konzentrieren.

In ihrer Vorführung nahmen die Jungen und Mädchen das Publikum mit auf eine Reise um die Welt in Liedern und Tänzen. Sie erwiesen sich als vielsprachig begabt und sangen auf Japanisch, Hebräisch und sogar Swahili.

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