Marc Depken hat bei Firma Pieper gelernt

„Das war der richtige Schritt, Tischler ist mein Beruf“

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Meister Tim Pieper (links) und Geselle Marc Depken passen eine Stufe in die Treppenwange ein. Hier kommt es auf den Zehntelmillimeter an, damit auch alles exakt sitzt und nicht zu viel Luft hat.

Düngstrup - Von Joachim Decker. Mit einem „Gut“ fürs Praktische und einem „Sehr gut“ fürs Theoretische hat der Wildeshauser Marc Depken (21) seine Ausbildung zum Tischler abgeschlossen.

Dafür wurde er während der Freisprechung am Dienstagabend in Delmenhorst ganz besonders mit einer Urkunde ausgezeichnet. Wir haben den frischgebackenen Gesellen in der Werkstatt der Tischlerei Tim Pieper in Düngstrup besucht.

„Ich habe in Wildeshausen mein Abitur gemacht. Eigentlich wusste ich zunächst nicht so recht, welche berufliche Richtung ich einschlagen soll“, erzählt Depken. Für ihn habe lediglich festgestanden, dass er nicht studieren, sondern Geld verdienen will: „Die Schulbank habe ich lange genug gedrückt, das wollte ich nicht noch länger. Außerdem wollte ich nicht stets drinnen im Büro sitzen.“ Dann habe er sich an die Tischlerei Pieper erinnert: „Ich hatte hier schon mehrfach in den Ferien gearbeitet, um mir etwas zu verdienen, und hatte viel Spaß an der Tätigkeit.“

Übernahme als Geselle

Nach einem kurzen Gespräch mit dem Chef habe er schließlich die Zusage auf einen Ausbildungsplatz bekommen. „Jetzt, nach drei Jahren Lehrzeit, muss ich sagen, dass es exakt die richtige Entscheidung gewesen ist, diesen Beruf zu ergreifen, das ist einfach mein Job“, betont der 21-Jährige. Ganz besonders freue er sich darüber, dass er als Geselle übernommen worden ist: „Das ist heute ja auch immer wieder eine wichtige Frage.“

Zwischen dem Bearbeiten von Treppenstufen und -wangen mit der Oberfräse erzählt Depken, dass es das Abwechslungsreiche sei, was ihn an diesem Beruf reize: „Wir sind ein kleiner Betrieb mit zwei Mitarbeitern und Chef. Also machen wir alles, was mit Holz zu tun hat. Von der Haustür bis zur Treppe und von Möbeln bis zu Gartenhäusern.“ Größere Betriebe hätten sich oft spezialisiert: „Dadurch kommst du nicht an so viele Dinge ran, und die Arbeit ist eher etwas monoton. Hier wird eben alles individuell nach den Wünschen der Kunden gefertigt. Holz ist ein toller Werkstoff, mit dem sehr viel gemacht werden kann. Es macht einfach nur Spaß.“

Theaterspielen ist eines seiner Hobbys

Eines seiner Hobbys ist das Theaterspielen in der Speelkoppel des Heimatvereins Düngstrup. Damit tritt er ganz klar in die Fußstapfen seiner Eltern Ina und Dirk, die schon seit Jahren zum Ensemble gehören. „Bislang war ich hinter den Kulissen tätig. Seit vergangner Saison stehe ich aber auch auf der Bühne.“ Außerdem ist er Mitglied im Schützenverein Lüerte Holzhausen: „Dort bin ich schon Kinderkönig gewesen. Vielleicht kappt es ja, dass ich einmal die Königswürde erringe.“

Der Chef hört es gerne, wie sein Geselle über den Tischler-Beruf spricht. „Es war für mich klar, dass ich ihn übernehme. Er ist nicht nur sehr fleißig, sondern auch noch ehrgeizig sowie stets zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Und was wohl in jedem Beruf wichtig ist, Marc sieht die Arbeit. Das ist heute nicht immer der Fall“, so Pieper, der stolz ist auf den Abschluss, den Depken hingelegt hat. In den kommenden Monaten werde der 21-Jährige keine Langeweile bekommen, scherzt der Meister: „Unsere Auftragsbücher sind voll, wir haben sehr gut zu tun.“

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