Kritiker fordern mehr Bäume ein

Rewe-Neubau nimmt nächste Hürde

Das Grün auf dem Rewe-Parkplatz ist bereits jetzt überschaubar. Foto: bor
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Das Grün auf dem Rewe-Parkplatz ist bereits jetzt überschaubar.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Macht sich die Wildeshauser Politik lächerlich gegenüber Investoren oder setzt sie sich nur konsequent für die Umwelt ein? Am Donnerstagabend tagte der Bauausschuss im Stadthaus, und zum wiederholten Mal ging es um den geplanten Rewe-Neubau am Huntetor. Letztlich empfahl der Ausschuss mit einer Gegenstimme von Pirat Uwe Bock, den vorhabenbezogenen Bebauungsplan zuzustimmen.

Einige Ratsmitglieder wie Frank Stöver, Bernhard Block (beide CDW), Marko Bahr (FDP), Uwe Bock (Piraten) und Heiner Spille (UWG) plädierten dafür, dass der Supermarkt Bäume auf dem Parkplatz oder an der Straße pflanzen muss. „Wir müssen etwas tun. 20 Bäume, das tut doch keinem weh“, sagte Stöver. Er hatte schon ein paar Standorte auf dem Parkplatz ausgewählt. „Ich habe einige Bauchschmerzen damit, dass Rewe dort keine Bäume pflanzen will. Das kann es doch nicht sein“, schloss sich Fraktionsfreund Block an. Er forderte, mit Nachdruck mit dem Einzelhandelsunternehmen zu verhandeln. Spilles UWG hatte sich bereits im Vorfeld für mehr Bäume starkgemacht, aber keine Mehrheit gefunden. Ihm schweben „schöne, große Eichen im Bereich der Auffahrt“ vor. „Das hätten wir Rewe reindrücken können“, hinterfragte er das Verhandlungsgeschick der Stadtverwaltung. Bahr schlug zwei Bäume an der Auffahrt zum Supermarkt vor.

Als Kompromiss hatte Rewe im Vorfeld auf Bocks Ansinnen einer Hecke zugestimmt. Das reichte dem Piraten jedoch nicht. Herausgekommen sei „nur ein bisschen Hecke“. Sein Vorschlag, der Bäume und Zaunelemente innerhalb der Hecke vorsah, sei „überhaupt nicht gewürdigt worden“.

Auch Karl Schulze Temming-Hanhoff (parteilos) sah die Planung skeptisch. „Ich bin erschrocken darüber, was uns hier vorgelegt wird“, bekannte der Ratsherr, der meinte: „Der Rewe-Neubau verträgt sich nicht mit den Plänen für Wildeshausen 2030.“

So viel zu der Kritik. Auf der anderen Seite betonte Wolfgang Sasse (CDU), dass „die Firma Rewe die meisten unserer Forderungen erfüllt hat“. Das Bauleitplanverfahren läuft seit Dezember 2015. Das Thema habe sich nun langsam erledigt, trug Sasse in ruhigem Tonfall vor. Doch die Debatte zog sich hin. Und Bocks Ideen, Rewe könne ja in Visbek bauen und der Bebauungsplan könne abgelehnt werden, quittierte der Christdemokrat zunehmend genervt. „Ich glaube, ich spinne. Das werden wir garantiert nicht machen.“

An seiner Seite wusste Sasse den Ausschussvorsitzenden Hartmut Frerichs (SPD). „Wir können nicht dreimal den Bebauungsplan besprechen und dann alles umwerfen. Das macht kein Investor mit.“ Im Laufe der Debatte lieferten sich die Ratsmitglieder manches verbale Scharmützel. Der Höhepunkt war erreicht, als Frerichs Stöver nicht das Wort erteilen wollte, weil dieser schon oft genug gesprochen habe. „Du warst schon zweimal dran“, so der Ausschussvorsitzende im Einklang mit den Regularien des Ausschusses. „Dann rede ich eben dazwischen“, konterte Stöver unbeeindruckt. „Der Bebauungsplan kann ja wohl nicht an zehn Bäumen scheitern.“

Aufseiten der Stadtverwaltung hielt sich die Begeisterung angesichts der Baumdebatte in Grenzen. „Wir haben dreimal mit Rewe wegen der Begrünung gesprochen. Möchten Sie es uns zumuten, das noch ein viertes Mal zu tun?“, ächzte Hans Ufferfilge vom Bauamt. Offenbar ist die Supermarktkette einfach nicht bereit, Bäume auf dem Parkplatz zu pflanzen.

Nachdem sich jetzt der Bauausschuss mit dem Thema beschäftigt hat, entscheidet der Rat am 27. Juni abschließend über den Bebauungsplan. Sofern das Gremium zustimmt, kann Rewe einen Bauantrag stellen.

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