Ingo Gerriets löchert die Bewerber 

Rewe-Manager prüft Schüler im Vorstellungsgespräch

Der 18-jährige Zamon ist seit knapp zwei Jahren in Deutschland. Bei dem simulierten Vorstellungsgespräch am Donnerstag versuchte er, den Rewe-Gebietsmanager Ingo Gerriets von sich und seinen Qualitäten zu überzeugen, um einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

Wildeshausen - Von Lea Oetjen. „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ und „Was sind Ihre größten Schwächen?“ – fast jeder hat diese Fragen schon einmal im Vorstellungsgespräch gehört. Aber gibt es eine universelle Antwort, die jeden Personalchef zufriedenstellt? Ingo Gerriets, Rewe-Gebietsmanager, prüfte am Donnerstag sechs Schüler der BBS Wildeshausen auf ihre Qualitäten beim Einstellungsgespräch. Dies war der Abschluss einer Projektreihe des Jugendzentrums „Jott-Zett“.

Der erste, der sein Können und Wissen unter Beweis stellen sollte, war der 18-jährige Zamon aus Wildeshausen. Wie bei einem echten Termin klopfte er von außen gegen die Tür. „Lassen wir ihn noch einmal ein wenig zappeln“, schmunzelte Gerriets, ehe er nach rund zwei Minuten seinen Bewerber hineinbat. Zu Beginn stellte sich der 18-Jährige kurz vor. „Ich wurde in Afghanistan geboren und bin auch dort aufgewachsen. Seit zwei Jahren lebe ich in Deutschland“, offenbarte er in fast einwandfreiem Deutsch. Gerriets zeigte sich begeistert und erkundigte sich, wie Zamon in so kurzer Zeit die Sprache so gut gelernt hat. „Ich mache einen Sprachkurs in der Volkshochschule. Mir macht Lernen allgemein echt viel Spaß“, erklärte der 18-Jährige.

Im Anschluss stellte der Rewe-Gebietsmanager die Frage aller Fragen, die Zamon erst einmal sprachlos machte: „Was wissen Sie über unser Unternehmen?“ Nach kurzer Überlegung entgegnete der Wildeshauser mutig: „Nicht viel. Aber ich gehe wirklich sehr gerne und oft dort einkaufen.“

Lernten Wissenswertes über ein ideales Vorstellungsgespräch: Zamon, Pia, Dennis, Lena, Ingo Gerriets von Rewe, Diala, BBS-Lehrerin Heike Müller und Faiza.

Dem Vorstellungsgespräch schloss sich direkt eine Feedbackrunde seiner Mitschüler an. „Stellt aber bitte die guten Sachen in den Vordergrund“, sagte Gerriets. Die 17-jährige Pia war während der gesamten Unterhaltung sehr aufmerksam, machte sich Notizen und beobachtete Gestik sowie Mimik. „Deine Haltung war sehr gut. Die Arme waren nicht verschränkt oder so. Du hast sehr offen und interessiert gewirkt“, lobte sie ihren Mitschüler. Außerdem habe Zamon über das gesamte Gespräch den Augenkontakt zum Personalchef gehalten. Abschließend ergänzte Gerriets noch einige Tipps für die kommenden Bewerber. „Wenn ihr etwas Außergewöhnliches in eurer Freizeit macht wie Seminare, Workshops oder besondere Ausflüge, dann erzählt eurem Gegenüber unbedingt davon. Das macht euch interessanter“, erklärte er.

Als Zweite durfte die 19-jährige Diala aus Hude ihr Glück versuchen. Sie unterschied sich vom Auftreten her komplett von ihrem Vorgänger. Das Einstellungsgespräch verlief mit derselben Prozedur wie auch der Test von Zamon. Jedoch konnte die junge Frau Gerriets mit der Nennung sämtlicher Daten über den Rewe-Konzern ein Stück weit mehr überzeugen. Lediglich die Frage, weshalb er sie und keinen anderen der Bewerber einstellen sollte, brachte sie zum Stocken. „Weil ich bereits drei Jahre im Einzelhandel gearbeitet habe, noch nicht einmal zwei Jahre in Deutschland bin und die Sprache trotzdem schon sehr gut beherrsche. Ich bin halt lernbereit“, entgegnete sie selbstsicher und beeindruckte Gerriets endgültig.

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