Politiker fordern weitere Beratung

Rewe-Bebauungsplan passt nicht zu „Wildeshausen 2030“

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Noch steht der alte Rewe-Markt, doch im kommenden Jahr soll hier ein neuer Supermarkt gebaut werden.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Das Neubauvorhaben für den Rewe-Markt am Huntetor in Wildeshausen steht massiv in der Kritik. Die Politik ist zwar mehrheitlich für einen deutlich größeren Supermarkt, mit dem Vorentwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes sowie einem bereitsabgeschlossenen städtebaulichen Vertrag sind aber einige Ratsmitglieder überhaupt nicht einverstanden.

Deshalb dürfte heute ab 18.15 Uhr im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt im Stadthaus gleich der Antrag diskutiert werden, den Tagesordnungspunkt komplett abzusetzen, weil er noch nicht beratungsreif ist. Alternativ steht der Antrag im Raum, den Vorentwurf so nicht zur weiteren Beratung im Rat zu empfehlen.

Ratsherr Karl Schulze Temming-Hanhoff (fraktionslos) moniert ohnehin, dass der Stadtrat bislang nicht in die Vorbereitung einbezogen wurde und nicht einmal das Bauleitplanänderungsverfahren beschlossen hat. Diesen Beschluss habe es „nur“ im nicht abschließend zuständigen Verwaltungsausschuss gegeben, so Temming-Hanhoff, der auch kritisiert, dass ein städtebaulicher Vertrag zwischen Rewe und der Stadt geschlossen wurde, ohne dass es vorher die notwendigen Grundsatzdiskussionen, was am Ort konkret geschehen soll, in den politischen Gremien gegeben hat.

Im Widerspruch zur Stadtkonferenz

„Die vorgestellte Planung steht im krassen Widerspruch zum Ergebnis der Stadtkonferenz ,Wildeshausen 2030‘ und bedarf deshalb einer Überprüfung. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass im Vertrag städtebauliche Alternativen vereinbart sind, die aber bislang nicht aufgeführt werden“, so Temming-Hanhoff.

Die Kritik von Kreszentia Flauger (Linke) hat die gleiche Zielrichtung. Sie möchte den Vorentwurf nicht zur weiteren Beratung empfehlen. Stattdessen stellt sie den Antrag, dass die Verwaltung mit Rewe und unter Einbeziehung des Planers Ackers und Partner, der für das Projekt „Wildeshausen 2030“ zuständig ist, über eine Änderung des Vorentwurfs berät. Ziel solle es sein, den Gebäudekörper so anzuordnen, dass er den Bereich zur Straße schließt. Die Parkflächen für den Supermarkt sollen dann auf der straßenabgewandten Seite des Grundstücks angelegt werden.

Zudem setzt sich Flauger ebenso wie Temming-Hanhoff dafür ein, das Haus in zwei bis zweieinhalbgeschossiger Bauweise zu errichten, wobei in den oberen Geschossen Wohnungen gebaut werden sollen.

Straßenraum aufwerten

Die Ratsfrau verweist darauf, dass das Areal bereits im Rahmen von „Wildeshausen 2030“ eingehend betrachtet wurde. Zielsetzungen seien, den Straßenraum aufzuwerten, die fehlenden Fronten zu schließen, Nahversorger der Straße zugewandt zu organisieren sowie eine Nachverdichtung anzustreben. 

„Die Beteiligten würden sich vermutlich sowie zu Recht brüskiert und demotiviert fühlen, wenn jetzt Fakten geschaffen würden, die den bisherigen Arbeitsergebnissen widersprechen“, sagt Flauger. Es gebe zudem in Wildeshausen einen großen Bedarf an Wohnungen für einkommensschwache Haushalte und barrierearme sowie öffentlich geförderte, belegungsgebundene Wohnungen.

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