51-Jähriger zu Geldstrafe verurteilt

Rettungsdienst bei Arbeit behindert und beleidigt

Tatort: Auf dem Steig des Bahnhofes wurde ein bewusstloser Mann versorgt. Hier wurden die Rettungskräfte angegangen.
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Tatort: Auf dem Steig des Bahnhofes wurde ein bewusstloser Mann versorgt. Hier wurden die Rettungskräfte angegangen.

Wildeshausen – Wegen der Behinderung von Rettungskräften wurde am Montag ein 51-jähriger, in Wildeshausen lebender und mittelloser Mann vom Amtsgericht der Kreisstadt zu einer Geldstrafe von 1 400 Euro verurteilt. Er akzeptierte den Spruch gleich vor Ort, obwohl er die angeklagte Tat nicht begangen haben will.

Der Mann soll laut Staatsanwaltschaft am 9. April 2020 gegen 19.10 Uhr auf dem Bahnsteig des Wildeshauser Bahnhofes einen Notarzt sowie eine Rettungssanitäterin bei der Versorgung eines Bewusstlosen behindert haben. Dabei soll er „Mir gehört hier alles“ sowie „Ich werde euch vermöbeln. Ich mach euch platt“ gerufen haben. Erst als von den Rettungskräften angedroht worden sei, die Polizei zu rufen, soll er sich mit seiner Partnerin in seine nebenan liegende Wohnung zurückgezogen haben.

Angeklagter will es nicht getan haben

Der Angeklagte wies die Anschuldigungen wortreich zurück. „Ich muss laut reden, weil ich mit schweren Maschinen arbeite“, ließ er einen Dolmetscher übersetzen. „Ich habe niemanden behindert und geschlagen.“ Er sei etwa 20 Meter von dem Vorfall entfernt gewesen. Vielleicht sei er etwas lauter gewesen, weil er ein wenig Wodka getrunken habe.

„Warum haben Sie dann bei der Polizei um eine milde Strafe gebeten, wenn Sie gar nichts getan haben wollen?“, fragte die Richterin. So sei es nicht gewesen, antwortete der Mann. Er habe sich nur entschuldigen wollen, falls sein Verhalten nicht in Ordnung gewesen sei.

Rettungskräfte sollten sich „verpissen“

Das war es laut den Angaben der Rettungssanitäterin auf jeden Fall nicht. Der Notarzt und sie hätten gerade mit der Untersuchung des Bewusstlosen begonnen, als der Mann wutentbrannt auf sie zugekommen sei. „Er rief, dass wir von seinem Gelände verschwinden sollen“, so die Zeugin. Drei bis vier Minuten habe man den Patienten deswegen nicht versorgen können, weil der Mann ihnen angedroht habe, dass er sie „platt machen“ würde und sie sich „verpissen“ sollten.

Ein weiterer Zeuge bestätigte den Vorfall und dass die Partnerin des Angeklagten mit dem Handy gefilmt hatte. „Ich wollte zeigen, wie der Rettungsdienst in Deutschland seine Aufgaben macht“, verteidigte sie sich. Man habe sie aber darauf hingewiesen, dass sie das nicht dürfe. Deshalb habe sie auch nichts gefilmt. Ihr Partner sei ein wenig lauter, wenn er Wodka getrunken habe. Deshalb habe sie ihn „sich unter den Arm geklemmt“ und sei in die Wohnung gegangen.

Mit der Lebenspartnerin abgesprochen

Die Staatsanwältin war überzeugt davon, dass sich der Mann äußerst aggressiv verhalten hatte. Sie beantragte eine Strafe in Höhe von 1 800 Euro. Die Richterin vermisste bei dem Mann die Einsicht, dass man bewusstlose Menschen nicht filmen und Rettungskräfte bei der Arbeit behindern darf. „Ich glaube, dass sich das so zugetragen hat, wie von den Zeugen geschildert“, betonte sie. Offenbar habe er sich mit seiner Lebenspartnerin abgesprochen. Unklar sei weiter, warum es überhaupt zu dem Vorfall gekommen sei.

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