„Coolness-Training“ an der Wallschule / Nicht alle Drittklässler bestanden den Kurs / Remmert: „Wir bleiben am Ball“

Respekt, Ausdauer und Disziplin gelernt

Die meisten Drittklässler wissen jetzt, wie sie mit brenzligen Situationen auf dem Schulhof umgehen – sie bekamen eine Urkunde für die erfolgreiche Teilnahme am „Coolness-Training“. Darüber freuten sich Rektorin Roswitha Remmert (l.), sowie Kathrin Fraas (hinten links) und Marita Hüninghake (r.)

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (cs) · „Immer weniger Kinder wissen, wie man mit pöbelnden Leuten umgeht“, weiß Roswitha Remmert, Leiterin der Wildeshauser Wallschule. Selber aggressiv werden? Falsch. Respekt, Ausdauer und Disziplin – dieses „RAD“ lernten rund 90 Drittklässler in den vergangenen Wochen kennen.

Marita Hüninghake gab ihnen ein „Coolness-Training“, mit dem sie für die Bereiche Mobbing, Gewalt und Ausgrenzung auf dem Schulhof und im privaten Bereich sensibilisiert worden sind. Die Diplom-Sozialarbeiterin ist Leiterin des Anti-Aggressions-Trainigs an der Lohner Adolf-Kolping-Schule. Für die Kursstunden in Wildeshausen wurde sie freigestellt. Kathrin Fraas, Schulsozialarbeiterin an der Wallschule, unterstützte Hüninghake während des Kursblocks.

„Die Kinder erlernen hier Verhaltensmuster, die sie in Konfliktsituationen anwenden können“, erklärt Remmert. Die Botschaft: „Du musst leger und locker bleiben, wenn dich jemand anmacht.“ Erfolgreich lief der Kurs für fast alle Drittklässler. Gestern gab es eine Nachbesprechung und Feedback, anschließend überreichten Hüninghake und Fraas Urkunden. „Wir haben schon eine positive Rückmeldung von Lehrern und Kollegen bekommen“, freut sich Remmert über den Erfolg der Aktion. „Die Verhaltensmuster zu üben und umzusetzen, ist einigen Schülern wunderbar gelungen.“ Leider aber nicht allen. „Fünf Kinder haben keine Urkunde bekommen“, bedauert Hüninghake. „Sie haben sich einfach nicht an Regeln gehalten. Wir haben ganz klare Grenzen gesetzt – und dass sind diese Schüler nicht gewohnt. Sie sind extrem verhaltensauffällig.“

Die Mütter und Väter wüssten, dass ihre Kinder Probleme hätten, weiß Remmert. „Aber es passiert zu wenig im Elternhaus“, bedauert die Schulleiterin. Bei diesen Kindern werde in der Schule an das Training angeknüpft. „Wir bleiben am Ball“, verspricht sie. Soziales Verhalten müsse von den betroffenen Schülern erlernt werden.

Andere Drittklässler hätten den Kurs nur knapp bestanden, so Schulsozialarbeiterin Fraas. Diese Probleme, die durch das Training besonders deutlich geworden sind, zeigten, wie wichtig die Anstellung von Fraas an der Schule sei. Doch sie hat nur einen befristeten Vertrag für eine halbe Stelle. „Das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein“, bedauert Remmert. „Wir sind der Stadt und Dr. Shahidi sehr dankbar, dass sie Kathrin Fraas an die Schule geholt haben – das ist aber auch wirklich notwendig.“ Deshalb soll das „Coolness-Training“ nun jedes Jahr in einem Block vor den Osterferien mit den jeweiligen Drittklässlern gemacht werden. Das kostet natürlich. In diesem Jahr wurde der Kurs vom Förderkreis aus dem Topf des Arbeitskreises „Gewaltprävention“ sowie mit Hilfe verschiedener Sponsoren finanziert – denen Remmert einen großen Dank ausspricht. Für das bereits eingeplante Training im kommenden Frühjahr fehlt aber noch Geld. „Wer eine Möglichkeit sieht, uns zu unterstützen, dem sind wir für eine Spende sehr dankbar“, betont Remmert. Finanziell unterstützen können Interessierte das Training über das Spendenkonto der Wallschule, Stichwort Gewaltprävention, LzO Wildeshausen, Konto-Nummer 106 7628, Bankleitzahl 280 501 00.

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