Kritik nach nicht öffentlicher Sitzung

Repowering scheitert an „Agrarfrost“

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Die Windenergieanlage in Aldrup ist nahe am Betrieb „Agrarfrost“ gelegen. Sie darf nicht erneuert werden.

Wildeshausen - In nicht öffentlicher Sitzung hat der Verwaltungsausschuss der Stadt Wildeshausen am Donnerstagabend mit einer 5:4-Mehrheit die Pläne der Familie Rüdebusch abgelehnt, zwei Windenergieanlagen in Aldrup durch neuere und leistungsfähigere Räder zu ersetzen.

Nach Angaben von Uwe Bock, Ratsherr der Piratenpartei, habe die benachbarte Firma „Agrarfrost“ klargemacht, dass sie wegen einer deutlichen Produktionserweiterung nicht nur die schon vorhandenen Industrieflächen neben dem Betriebsgelände nutzen möchte, sondern auch die Flächen, auf denen derzeit die Windenergieanlagen von Rüdebuschs stehen. „In den nächsten zehn Jahren soll die Produktion verdoppelt werden. Es sollen mindestens 1 000 qualifizierte Stellen für Maschinenführer und Techniker geschaffen werden“, so Bock in einer Stellungnahme. „Aus Piraten-Sicht ist es jedoch fraglich, wie es möglich sein soll, diese Arbeitsplätze mit einem Lohn von mindestens 3 000 Euro im Monat zu schaffen, wenn die Ein-Kilo-Tüte Pommes gerade einmal 75 Cent kostet und sogar nach Mexiko exportiert wird.“

Bock kritisiert, dass die Thematik nicht mehr im Rat besprochen wird. „Zudem hat unser Bürgermeister Jens Kuraschinski den Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes soweit abgeändert, dass in diesem Gebiet nur noch ,Agrarfrost‘ Entwicklungsmöglichkeiten haben soll, weil diese hohe jährliche Gewerbesteuern zahlen“, moniert der Pirat.

Da es bereits im Fachausschuss Unklarheiten gab, welche Planungen „Agrarfrost“ verfolgt (wir berichteten), wurden der Planer der Familie Rüdebusch und Vertreter von Agrarfrost in die Verwaltungsausschuss-Sitzung eingeladen. Dort hat, so Bock, Rüdebusch signalisiert, zwar die Flächen abgeben zu wollen – jedoch ohne auf die Einnahmen aus der Windenergie zu verzichten.

Wie berichtet, können die zwei bereits stehenden Anlagen ohnehin dauerhaft auf dem Areal bleiben. Ob es zu diesem Thema Verhandlungen von Rüdebusch und „Agrarfrost“ gegeben hat, ist unklar. Deutlich wurde aber nach Aussagen von Bock auch, dass das kartoffelverarbeitende Unternehmen eine neue Straße um das Werk herumbauen möchte. Die Durchgangsstraße zwischen den Betriebsstätten würde damit entfallen. Es sei jedoch dann auch mit Kosten für die Stadt zu rechnen, da es sich um eine öffentliche Verbindung handeln würde, so der Pirat. 

dr

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