Kleinere Brauchtumsfeuer in der Landgemeinde 

Reichlich Spaß trotz „Sparflamme“

Die Besucher des „Osterlagers“ am Alten Amtshaus in Wildeshausen trotzten dem Wind und wärmten sich am Feuer. - Foto: Nosthoff

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff und Jörg Beumelburg. Wildeshausen ließ die Osterfeuer in diesem Jahr sozusagen „auf Sparflamme“ lodern. Die Großveranstaltung auf dem Fillerberg ist Geschichte. Gleichwohl gab es am Wochenende kleinere Brauchtumsfeuer in der Landgemeinde – etwa beim Golfclub oder in Holzhausen. Gastronomen sorgten zudem für attraktive Veranstaltungen mit österlichem Anstrich. Der Spaß blieb jedenfalls nicht auf der Strecke.

Zu ihrem ersten Osterfest für alle Generationen lud die Gildestube ein, die am kommenden Wochenende ihr einjähriges Bestehen feiert. Auf die großen Feuerschalen mussten die Organisatoren allerdings am Sonnabend aufgrund des Wetters verzichten. In kleineren Feuerkörben tanzten indes die Flammen im Wind. Den Kindern machte die Kälte wenig aus. Magischer Anziehungspunkt war für sie die riesige Hüpfburg. Die hatte die Gildestube eigens aufgestellt. Beim Hüpfen und Toben wurde den Kids im Handumdrehen warm.

Die Erwachsenen zeigten sich allerdings nicht so standfest und zogen die warme, urige Gildestube vor. Auch dort erhielten sie die Grillspezialitäten, die draußen zubereitet wurden. Zu späterer Stunde ging für die „Großen“ die Osterparty im Reitersaal weiter.

Die Gäste der Brasserie zog es ebenfalls nicht unbedingt nach draußen. Am Alten Amtshaus dagegen trotzten viele Besucher des urigen „Osterlagers“ dem windigen Wetter. Sie wärmten sich ein wenig mit Wein und rückten in der Nähe der Feuerschalen zusammen. Kleine Kinder nutzten den Spielplatz im Amtshof-Garten und ihre Laufräder, mit denen sie durch die schöne Umgebung der Alexanderkirche düsten. Die größeren Mädchen und Jungen waren derweil am wärmenden Feuer damit beschäftigt, an langen Stöcken über den Flammen leckeres Stockbrot und süße Riesen-Marshmallows zu backen. Dafür eigneten sich die Feuerschalen perfekt.

Das Osterfeuer in Holzhausen soll ein Stück weit auch die Dorfgemeinschaft festigen. Unter den Besuchern sind stets auch viele Kinder. 

Mit einem ganz traditionellen Osterfeuer wartete hingegen die Dorfgemeinschaft Holzhausen auf. „Wir wollen das Brauchtum aufrechterhalten. Es ist uns auch wichtig, dass dies der Nachwuchs später fortführt“, sagte Helga Reineberg. „In früheren Zeiten hatte sich die Landjugend um das Osterfeuer gekümmert“, erinnerte sich Günther Reineberg. „Immerhin trägt es noch heute dazu bei, die Gemeinschaft zu festigen. Besonders freut es mich, dass alljährlich viele Kinder dabei sind, die ganz offensichtlich ihren Spaß haben“, sprach Zufriedenheit aus seinen Worten. In der Tat: Die Kinder fühlten sich trotz fast noch winterlicher Kälte am Sonnabend offensichtlich wohl. „Ich friere nicht. Ich kann mich ja am Feuer gut aufwärmen“, meinte der 13-jährige Magnus Wilke. Und der zehnjährige Laurenz Reineberg hielt mit seinem Wissen über das Osterfeuer nicht hinterm Berg: „Damit werden die bösen Geister verscheucht.“ Gemeint seien die Wintergeister, merkte der achtjährige Lennart an, während ein paar Meter weiter Kinder Marshmallows am Feuer „grillten“.

Klein, aber gemütlich: Beim Osterfeuer des Golfclubs fühlten sich Jung und Alt pudelwohl.

Klein, aber sehr gemütlich – so lässt sich das Osterfeuer beim Golfplatz in Wildeshausen beschreiben. Tief hängende Wolken und niedrige Außentemperaturen machten den Gästen wenig aus – ob der kuscheligen Wärme in direkter Nähe des brennenden Reisighaufens.

„Da es am Wildeshauser Fillerberg kein Osterfeuer mehr gibt, kommen immer mehr Menschen zu uns. Denn diese Veranstaltung ist nicht nur für unsere Golfclubmitglieder, sondern auch für andere Gäste gedacht“, betonte Gerhard Menke, der den Platz wartet. „Ob das Osterfeuer noch zeitgemäß ist, muss jeder für sich entscheiden. Für uns jedenfalls ist es immer eine schöne Gelegenheit, in einem gemütlichen Rahmen zusammenzukommen“, sagte Karin von Elbwart vom Golfclub.

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