Moto-Cross-Fahrer brettern beim Niedersachsen Cup über ihre Strecke / NDR zu Besuch

„Rechts ist laut“

Da kommen sie: Die Fahrer preschen über einen Hügel auf der unwegsamen Sandbahn. Die 450-Kubikzentimeter-Motorräder haben 55 PS. Fotos: Bornholt

Aumühle - Von Ove Bornholt. Kurz bevor die rund 15 Fahrer am Sonntagnachmittag beim Niedersachsen Cup auf die Moto-Cross-Strecke in Aumühle gehen, schwillt der Lärm ihrer 450-Kubikzentimeter-Motorräder an und verwandelt sich in ohrenbetäubenden Krach. Im 20 Meter hinter dem Start postierten Eiswagen, schließt der Verkäufer noch schnell die Seitentür seines umgebauten Mercedes-Busses, damit sich der Staub der sandigen Strecke nicht auf dem Schokoladeneis breitmacht. Dann senkt sich das Startgatter, und die Fahrer sind auch schon auf der Strecke, ziehen eine braungraue Wolke aus Dreck und Abgasen hinter sich her. Es geht darum, so schnell wie möglich in die erste Kurve zu kommen. „Rechts ist laut“, hat Lutz Opitz, Vorsitzender des Moto-Cross-Clubs Wildeshausen und jetzt einer der Fahrer, vor dem Rennen mit Blick auf den Gashebel am Motorrad gesagt. Man müsse den „Hahn aufdrehen“. Und das tut er auch, genau wie seine Mitstreiter, die munter über die Strecke rasen.

Unter den Zuschauern, die die Rennen mit insgesamt 120 Fahrern verfolgen, ist auch Jan Starkebaum, Moderator von „Hallo Niedersachsen“ im NDR. Und er ist nicht zufällig hier. Christina Kleemann vom Verein saß eines Abends vor dem Fernseher, als die Aktion „Wünsch dir deinen NDR“ in der Sendung angepriesen wurde. Sofort schrieb sie eine E-Mail. Monatelang passierte nichts. „Ich hatte das schon verdrängt“, gesteht Kleemann. Aber dann, vor zwei Wochen, meldete sich der NDR und kündigte an, dass Starkebaum zum Auftakt des Niedersachsen Cups am Wochenende kommen würde.

Der Moderator ist mit einem kleinen Fernsehteam in Aumühle unterwegs. Starkebaum geht entspannt durch das Fahrerlager neben der Moto-Cross-Anlage und lobt die familiäre Atmosphäre. „Das ist hier schon ein kleiner Wanderzirkus.“ Während an der ein oder anderen Maschine noch intensiv geschraubt wird, damit im Rennen auch alles glatt läuft, interviewt er einen Lokalmatador: Marcel Hilbig aus Weyhe. Der Gast aus Hannover zeigt Respekt für die Leistung der Motorradfahrer. „Die Dinger sind echt schwer.“ Er selbst habe nicht einmal einen Führerschein für die Zweiräder, gibt Starkebaum zu. Und: „Ich muss ja heute Abend noch moderieren.“ Auch deswegen traut er sich nur im Traktor auf die Bahn, um die Strecke zu schieben, wie es im Fachjargon heißt, also vorzubereiten. Außerdem darf er die schwarz-weiß-karierte Zielflagge schwenken. „Wie eine Acht.“

Der Zielflagge fährt auch Lutz Opitz entgegen. Die Fahrer, er startet bei den Senioren in der U-35-Kategorie, geben alles, springen mit ihren Maschinen über die Hügel und schlittern durch die Kurven. Angefeuert von der Streckensprecherin, die die Fahrer anscheinend aus dem Effeff kennt und die ein oder andere Spitze einfließen lässt: „Mit unserem Vorsitzenden musste ich noch meckern. Der war in der Vorrunde ein bisschen langsam“. Das kann der Angesprochene natürlich nicht auf sich sitzen lassen und gibt Gas. Darauf komme es zwar auch an, aber noch viel mehr auf die Körperspannung hat er vor dem Rennen erzählt. „Das und die Fitness zählen.“ Moto-Cross sei ein extrem anspruchsvoller Sport für die Physis, „weil man 20 Minuten lang die Spannung aufrecht erhalten muss“. Hinzu kommt das Adrenalin: Beim Starten schlägt manchem Zuschauer schon das Herz vor Aufregung bis zum Hals. Wie soll es da erst den Fahrern ergehen? Egal, Hauptsache Gas geben, denn „Rechts ist laut“. Ein Motto, das an diesem Wochenende alle beherzigen.

Sendetermin und Training

Der Beitrag wird am ersten Mai-Wochenende auf NDR ausgestrahlt. Eine genaue Uhrzeit steht noch nicht fest. Jugendliche, die den Moto-Cross-Sport mal ausprobieren wollen, können samstags ab 9 Uhr auf der Anlage vorbeikommen.

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