Bündnis „Bunt statt Braun“ in Wildeshausen will weiter auf „braune Gefahren“ aufmerksam machen

Rechtes Gedankengut hat keinen Platz

Im Rathaussaal diskutierten die Bürger, in welcher Form braunen Tendenzen in Wildeshausen begegnet wird.

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (msi) · Die Bürger der Huntestadt haben Farbe bekannt, gemeinsam gegen braun. Das wurde noch einmal am Mittwochabend im Rathaussaal deutlich. Das Bündnis „Bunt statt Braun“ hatte zum Informationsabend eingeladen.

Die erfolgreiche Demonstration gegen die Kundgebung der DVU am 31. Juli sollte aufgearbeitet werden. Gleichzeitig wollten die Initiatoren ausloten, ob und in welcher Form auch in Zukunft gegen rechte Tendenzen in Wildeshausen angegangen wird.

Detlev Hesse, der den Abend moderierte, lobte insbesondere das entschlossene, gemeinsame Handeln der Bürger, Vereine, Kirchen und politischen Parteien. „Ich habe mich gefreut, dass wir alle mit einer Stimme gesprochen haben“, sagte Hesse. Das Bündnis habe gezeigt, dass bei einer sachorientierten Arbeit auch unterschiedliche Standpunkte und Meinungen eingebunden werden können. Ein deutlicher Fingerzeig in Richtung Politik der Kreisstadt.

Auch Bürgermeister Kian Shahidi lobte den Einsatz der Bürger Wildeshausens. „Sie haben ein Signal gesetzt.“ Zugleich plädierte er dafür, dieses Engagement aufrecht zu erhalten. „Gerade vor der Kommunalwahl im kommenden Jahr könnte dies notwendig sein“, erklärte Shahidi.

Neben aller Freude über den Erfolg der Demonstration, gab es auch Kritik. Vielen Bürgern war die Rechtsprechung im Vorfeld der Kundgebung unverständlich. Der Landkreis hatte beide Veranstaltungen nur unter großen Auflagen zugelassen. Sowohl die DVU als auch das Wildeshauser Bündnis waren bis vor das Oberverwaltungsgericht Lüneburg gezogen, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. So durfte „Bunt statt Braun“ die Kundgebung nicht auf dem Marktplatz abhalten und musste auf den Gildeplatz ausweichen.

Auch das massive Polizeiaufgebot, das am 31. Juli in der Kreisstadt präsent war, stieß auf Unverständnis. „Da ist man von einer völlig falschen Gefahreneinschätzung ausgegangen“, bemängelte einer der Anwesenden.

Polizeirat Heinz Schevel, Leiter des Polizeikommissariats Wildeshausen, nannte die vorsorglichen Maßnahmen und die Taktik der Polizei während beider Kundgebungen einen Erfolg. „Unsere Aufgabe ist es, solche Veranstaltungen zu schützen.“

Das Bündnis möchte auch in Zukunft bei rechtsextremen Veranstaltungen in Wildeshausen aktiv werden. Dazu soll im Präventionsrat der Stadt ein fünfter Arbeitskreis eingerichtet werden. Unter anderem soll die Aufklärungsarbeit bei Jugendlichen verstärkt werden. Denn immer öfter sprechen rechte Gruppen gerade auch über das Internet ihre Zielgruppen an.

Im November wird es dazu eine erste nachhaltige Aktion geben, zu der Fachleute aus diesem Themenbereich eingeladen werden.

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