Beschluss des Rates zur Reduzierung der Klassen zeigt keine Wirkung

Realschule wird dauerhaft fünfzügig bleiben

Container an der Realschule: Dieser Zustand wird wohl noch einige Jahre Bestand haben. Foto: dr

Wildeshausen – „Die Realschule in Wildeshausen soll ab 2018 in jeder Klassenstufe nach Möglichkeit nur vierzügig geführt werden und vorrangig Schüler aus der Stadt Wildeshausen und der Gemeinde Dötlingen aufnehmen.“ So lautete der Beschluss des Rates im November 2017. Doch dieser gilt praktisch nur auf dem Papier, denn bislang ist die Schule als letzte Realschule im Landkreis Oldenburg weiter fünfzügig – und wird es wohl auch in absehbarer Zeit sein. Für Schulleiter Jan Pössel sicherlich keine guten Nachrichten, denn auf seinem Gelände stehen bereits drei Mobilklassenräume.

Ziel des Ratsbeschlusses, der seinerzeit in Abstimmung mit der Landesschulbehörde vorbereitet wurde, war es, zu verhindern, dass Erziehungsberechtigte zunehmend die Realschule anwählen, weil ihre Wohnsitzgemeinde keine derartige Schulform mehr anbietet. Mit der neuen Regelung sollten Anmeldungen von Schülern von außerhalb des Gemeindegebietes abgewiesen werden können, wenn die in der Verordnung festgeschriebene Planzahl von Schülern pro Klasse erreicht ist.

Allerdings hat die Landesschulbehörde ihre Rechtsauffassung laut Stadtverwaltung mittlerweile korrigiert. Demnach kann nunmehr nicht die Planzahl der Verordnung für die Schulorganisation als maximale Klassengrüße (bei der Realschule 26 Schüler) verwendet werden, sondern es muss die maximale Klassengröße des Bildungserlasses zugrunde gelegt werden. „Das hat zur Folge, dass bestehende Klassen unter Umständen bis zur maximalen Größe (bei der Realschule sind das 30 Schüler) belegt werden und erst darüber hinausgehende Anmeldungen von außerhalb zurückgewiesen werden dürfen. Weitere Zuzüge im Laufe des Schuljahres oder Rückschulungen vom Gymnasium würden dann gegebenenfalls automatisch zu einer Klassenteilung sowie zu einer weiteren Parallelklasse führen“, heißt es von der Stadtverwaltung.

Aufgrund der Anmeldungen war es bereits zum vergangenen Schuljahresbeginn erforderlich, einen fünften Zug unabhängig von der Aufnahme auswärtiger Schüler einzurichten. Die Prognose lässt vermuten, dass in der Realschule regelmäßig eine wechselnde Zügigkeit von vier bis fünf Klassen unabhängig von auswärtigen Schülern erforderlich sein wird. Das ist aber nur durch die Nutzung von Mobilklassenräumen möglich.

Aus diesem Grund hat die Schulleitung die aus ihrer Sicht dringend notwendigen baulichen Erweiterungen mehrfach betont. Es fehlen zudem Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und Autos. Die Stadtverwaltung arbeitet nach eigenen Angaben an den Konzepten und wird sie den Gremien zur Beratung vorlegen. Das gilt auch für die Hauptschule. Dort mussten in diesem Jahr ebenfalls Mobilklassenräume aufgestellt werden, um den Anforderungen der Schule für Räume gerecht zu werden.  dr

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