Rat beschließt Begrenzung / Trägerschaft soll mit Landkreis verhandelt werden

Realschule darf nur noch vierzügig unterrichten

Die Realschule ist bei Schülern aus dem gesamten Landkreis sehr beliebt.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Die Realschule Wildeshausen soll in Zukunft nach Möglichkeit nur noch vierzügig pro Jahrgang geführt werden. Damit werden zunächst keine neuen Schüler mehr aufgenommen, die außerhalb von Wildeshausen und Dötlingen leben. Der Ratsbeschluss von Donnerstagabend dürfte die Raumknappheit aber vorerst kaum beseitigen.

Schon jetzt ist klar, dass die Schule einen fünften Zug bekommt, wenn sich mehr als 120 junge Menschen für die fünfte Klasse anmelden. Dann darf der Jahrgang zudem wieder mit Schülern aus anderen Gemeinden aufgefüllt werden. Auch in den höheren Stufen ist eine Fünf- oder gar Sechszügigkeit nicht vermeidbar, wenn viele Schüler aus Wildeshausen oder Dötlingen vom Gymnasium oder der Hauptschule kommen oder sich neu anmelden.

Die Realschule der Kreisstadt durfte bislang ebenso wie die Hauptschule aus allen Gemeinden des Landkreises angewählt werden, weil sie ein Alleinstellungsmerkmal hat. Es gibt im Kreis sonst nur noch Oberschulen und eine Integrierte Gesamtschule.

Immense Raumprobleme

Die Entscheidung, die Zügigkeit der Realschule zu begrenzen, fiel zwar mit großer Mehrheit, dennoch gab es Kritik. So hielt es Wolfgang Däubler (UWG) für falsch, die Schule zu deckeln. „Sie ist ein Leuchtturm im Landkreis. Wir sollten sie nicht kleinreden, sondern die Dienstleistung ausweiten und den Landkreis um finanzielle Hilfe für den Ausbau des Standortes bitten.“

Karl Schulze Temming-Hanhoff (fraktionslos) hielt die Entscheidung für „sehr kurzsichtig“. „Spätestens nach dem Auslaufen des Kooperationsvertrages sollten wir die Schule an den Landkreis zurückgeben“, sagte er und erhielt Zustimmung von Bürgermeister Jens Kuraschinski: „Wir haben immense Raumprobleme“, betonte er. „Deshalb ist eine Veränderung der Schulträgerschaft nicht auszuschließen. Der Kooperationsvertrag endet 2019, wir sollten also im kommenden Jahr darüber verhandeln.“

Bisher nur Gedankenspiele

„Das ist ein völlig neues Thema für uns“, erklärte am Freitag der Schulamtsleiter des Landkreises, Maik Ehlers. Der Vertrag müsse zum 31. Dezember 2019 gekündigt werden. Die Kündigung müsse aber ein Jahr vorher ausgesprochen werden und beziehe sich unter anderem auf die Schulträgerschaft und die Schulbetriebskosten. „Der Vertrag verlängert sich automatisch um drei Jahre, sobald nicht mindestens drei Gemeinden ihn kündigen.“ Wenn alle Schulen der Sekundarstufe I in die Trägerschaft des Landkreises überführt würden, müsste die Kreisverwaltung deutlich erweitert werden.

Bislang handelt es sich lediglich um Gedankenspiele, doch Kuraschinski bekräftigte am Freitag, dass es auf jeden Fall Ziel sein müsse, die Ausstattung der Realschule deutlich zu verbessern. Die Schulen des Landkreises hätten, was das betrifft, bessere Möglichkeiten. Offenbar gibt es tatsächlich Gemeinden, die sich – zumindest auf der Ebene der Hauptverwaltungsbeamten – vorstellen könnten, den Kooperationsvertrag neu zu verhandeln.

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