Heftige Vorwürfe gegen Wolfgang Sasse

Ratsherr Hennken tritt aus CDU aus

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In Wildeshausen geht es bei der CDU hoch her.

Wildeshausen - Die Spaltung innerhalb der Wildeshauser Christdemokratie hat einen neuen Höhepunkt erreicht. „Wenn Sie das ,Problem Wolfgang Sasse‘ im Hinblick auf seinen Führungsstil und sein Sozialverhalten gelöst haben, bin ich gerne bereit, über eine erneute Beantragung einer Mitgliedschaft in der CDU nachzudenken.“

Mit diesen Worten schließt eine E-Mail des Wildeshauser Ratsherren Jens-Peter Hennken, in der er seinen sofortigen Austritt aus der CDU erklärt. Das Schreiben ist am Mittwochabend an Dirk Vorlauf, den Kreisvorsitzenden der Christdemokraten im Landkreis Oldenburg, gegangen und liegt auch unserer Redaktion vor.

Wolfgang Sasse, Vorsitzender der CDU in der Kreisstadt, wollte sich auf Nachfrage inhaltlich nicht zu der Nachricht äußern. „Mit den persönlichen Angriffen kann ich umgehen, weil eben sehr viel nicht der Wahrheit entspricht“, sagte er. 

Als Grund für Hennkens Schritt vermutet er die umstrittene Ratsabstimmung im Februar, als Teile der CDU für und Teile gegen den Immobilientausch zwischen der St.-Peter- und der Hunteschule votiert hatten. Die geheime und sehr umstrittene Abstimmung ging 18:14 für den Tausch aus. Sasse kündigte an, nun erst einmal abzuwarten und sich eventuell in den nächsten Tagen zu der neuen Entwicklung zu äußern.

Jens-Peter Hennken

Im Nachgang der Schulentscheidung hatten sich erst vier und dann zwei weitere Ratsmitglieder von der einst zehnköpfigen CDU-Fraktion abgespalten und eine eigene Gruppe im Stadtrat, die Christlichen Demokraten für Wildeshausen (CDW), gebildet. 

Daraufhin hatte der CDU-Stadtverband ein Parteiausschlussverfahren gegen die Abweichler beantragt, das aber noch nicht vollzogen wurde. Stattdessen sollte eine Mediation durch den Kreisvorsitzenden Vorlauf den Frieden wieder herstellen.

Hennken behauptet in seinem Schreiben, dass Sasse die Mediation kategorisch abgelehnt habe. Als Grund für seinen Wechsel von der CDU- zur CDW-Fraktion verweist Hennken auf die Ankündigung neuer Leitlinien für die politische Arbeit durch Sasse. Darin soll unter anderem festgehalten worden sein, dass die Beschlüsse des Fraktionsvorstandes verbindlich seien. Gleichzeitig habe Sasse empfohlen, „bei Nichtzustimmung, die Fraktion zu verlassen“. 

Wolfgang Sasse

Hennken sah sich in der Ausübung seines Mandats eingeschränkt und wechselte daraufhin zur CDW. Als Grund für seinen jetzigen Austritt aus der CDU nennt er ein Gespräch mit Vorlauf. „Daraus entnehme ich, dass der Kreisvorstand die, auch von meinen Kollegen in der CDW-Fraktion, geschilderte Arbeits- und Verhaltensweise von Wolfgang Sasse offensichtlich toleriert.“ Daher mache die angestrebte Wiedervereinigung keinen Sinn mehr.

Vorlauf: Austritt wendet Ausschlussverfahren ab

Vorlauf teilte auf Nachfrage mit: „Der CDU-Kreisvorstand sah die Mediation als letzte Möglichkeit vor dem Beschluss über den Ausschluss. Nach ausführlicher Erörterung mit dem Justiziar des Landesverbandes sind die Gründe für einen Parteiausschluss eindeutig. Ich habe die Betroffenen über die Rechtslage informiert und mitgeteilt, dass ein Verfahren gegen sie jetzt nur noch durch den Austritt abgewendet werden kann.“ 

bor

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