Landrat Carsten Harings weist Kritik an Denkmalbehörde zurück

Rathausbeleuchtung: „Viel Zeit ungenutzt verstrichen“

Ein Bild aus der Vergangenheit: Jahrelang war das Rathaus in der Adventszeit hell erleuchtet. - Foto: Archiv der Stadt

Wildeshausen - Erstaunen und Unverständnis hat bei der Kreisverwaltung die Form der Kritik an der unteren und oberen Denkmalbehörde zur Frage der Beleuchtung für das historische Rathaus in Wildeshausen hervorgerufen. „Die Kreisverwaltung mit mir als Landrat an der Spitze steht für einen offenen Dialog. Darum hätten wir uns gewünscht, dass die Kritikführer genau diesen mit uns gesucht hätten“, so Landrat Carsten Harings.

„Wenn sie Fragen haben und Antworten suchen, hätten sie sie bei uns bekommen können. Stattdessen lesen wir die Kritik in der Zeitung. Unsere Devise lautet, miteinander zu sprechen und nicht überein-ander“, verhehlt Harings nicht sein Unverständnis über die Form der Kritik, um dann aber anzufügen: „Es geht hier nicht um die Sache an sich. Darüber kann man vortrefflich diskutieren und das wollen wir auch gerne. Nur hätten wir uns vorher ein Gespräch gewünscht oder zumindest die Möglichkeit.“

Lampen leuchten derzeit nur hinter den Fenstern des Rathauses. Eine Illumination wird es so schnell nicht geben. - Foto: dr

Der Sachverhalt stellt sich aus Sicht der Kreisverwaltung weitaus differenzierter dar als zunächst aufgezeigt. Denn die Tatsache, dass das Gutachten zur Qualität der neu eingebrachten Fugen bis heute nicht vorliegt, sei ein nicht erwähnter, aber sehr wichtiger Faktor in der Entscheidungsfindung, so der Kreis. Demnach sei noch nicht abschließend geklärt, ob die Qualität der Verfugung den denkmalrechtlichen und baulichen Anforderungen genügt und bleiben kann. „Aus diesem Grund allein kann eine Illumination schon nicht installiert werden, da im Falle einer neuerlichen Verfugung wieder eine kostenträchtige Demontage vorgenommen werden muss. Hinzu kommt, dass die Verkabelung der Beleuchtung nicht sichtbar auf dem Mauerwerk angebracht werden soll, sondern in den Fugen“, teilt der Landkreis mit.

Eine kategorische Absage zur Beleuchtung des historischen Rathauses habe es von der Denkmalbehörde jedenfalls nie gegeben. Bei ersten Gesprächen zum Thema Beleuchtung, die schon Anfang September geführt wurden, hatte die Denkmalbehörde Bedenken zur geplanten Illumination geäußert. Die Lampen waren wegen der Fugarbeiten demontiert worden und sollten durch eine neue Anlage ersetzt werden.

Der erste Vorschlag war aber aus Sicht der Denkmalschützer im Einsatz der zahlreichen Lichtquellen zu stark und darum fragwürdig. Alle Beteiligten kamen schon Anfang September überein, dass weitere Alternativvorschläge zur Illumination unterbreitet werden sollten.

„Diese Vorschläge liegen der Kreisverwaltung und der Denkmalbehörde bislang noch nicht vor. Und so kann eine kurzfristige Lösung, die ganz im Sinne aller ist, nicht präsentiert werden. Es ist viel Zeit ungenutzt verstrichen. Uns dafür aber vier Tage vor dem ersten Advent den schwarzen Peter zu zuschieben, halte ich nicht für fair“, erklärt Harings. 

dr

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