Fassadensanierung soll in zwei Wochen komplett abgeschlossen sein

Rathaus bald wieder ohne Gerüst

Arbeit an den letzten Fugen des Rathauses: Eugeniu Focsa geht davon aus, dass die Maßnahme in zwei Wochen beendet ist.
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Arbeit an den letzten Fugen des Rathauses: Eugeniu Focsa geht davon aus, dass die Maßnahme in zwei Wochen beendet ist.

Wildeshausen – Eine gute Nachricht: Die Wildeshauser und ihre Gäste können das historische Rathaus ab November wieder ohne Gerüst betrachten. Das teilte die Stadtverwaltung auf Nachfrage mit. Wie die Handwerker vor Ort erklärten, bleibe das Gerüst an der Front nur noch bis zum 24. Oktober stehen. Dann seien jedoch noch kleine Restarbeiten im Eingangsbereich des Ratskellers und in der Höhe von bis zu zwei Metern zu erledigen, die in etwa einer Woche abgeschlossen sein dürften. „Wenn wir fertig sind, dann haben wir rund 600 Quadratmeter Fläche mit dem Handmeißel oder dem Kompressor bearbeitet“, berichtete Eugeniu Focsa vom ausführenden Handwerkerteam. Ein knappes Jahr lang haben er und seine zwei Kollegen bei Wind, Regen und Sonne die Fugen des Rathauses freigeschlagen und dann mit einem speziellen Muschelkalk gefüllt. Nun kann das Gebäude mit dem hochgotischen Treppengiebel aus dem 13. bis 15. Jahrhundert wieder in neuer beziehungsweiser alter Pracht erscheinen.

„Es war sehr harte Arbeit“, bilanzierte Focsa. Er und seine Kollegen hatten den Auftrag übernommen, nachdem eine andere Firma bei der Sanierung der Fassade mehr gepfuscht als verbessert hatte.

Vor vier Jahren hatte die erste Maßnahme begonnen, die damals ein Kostenvolumen von 70 000 Euro haben sollte. Doch schon bald zeigte sich, dass der damals verwendete Kalk deutlich zu hell war. Später teilte die Stadtverwaltung dann mit, dass der aus Denkmalschutzsicht falsche Muschelkalk verwendet worden war. Im Ergebnis mussten alle Fugen wieder freigehämmert werden, was die Firma jedoch nicht in der vorgeschriebenen Weise und Zeit erledigt hatte.

Schließlich löste die Stadt den Vertrag mit dem ersten Handwerksbetrieb auf und klagte auf Schadensersatz. Die Verwaltung suchte sich mit Focsa nun einen Experten, der mit seinem Trupp anrückte, um Stück für Stück den alten Mörtel tief aus den Fugen zu holen. Dabei gingen auch einige alte Steine zu Bruch. Die Stadt konnte jedoch Ersatz beim Monumentendienst ordern, bei dem sie Mitglied ist. „Wir haben uns dort drei Chargen mit jeweils 50 bis 80 Steinen sichern können“, berichtete Wildeshausens Baudezernent Manfred Meyer im August. Nach Angaben von Alwin Schwarzenberg, Experte für historische Baustoffe beim Monumentendienst, handelt es sich um Steine, die einige Jahrhundert alt sind und zum Teil schon mehrmals verbaut wurden. „Es sind Handformziegel, die oft von Mönchen hergestellt wurden. Jeder Stein ist unterschiedlich“, erklärte er in einem Gespräch mit unserer Zeitung.  dr

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