Leihgerät angedacht

Dem Blitzeranhänger sei Dank: 93 Fahrverbote ausgesprochen

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Einsatz in der Nacht: Die Ahlhorner Feuerwehr bei der Bergung des Blitzeranhängers.

Wildeshausen – Am Himmelfahrtstag (30. Mai) brannte der Blitzeranhänger des Landkreises Oldenburg, der in Steinloge (Standort Ecke Ahlhorner Straße/Buchenallee) abgestellt war. Unbekannte hatten vor und auf dem Anhänger zwei Reifen deponiert und angezündet.

Das Gerät zerstören konnten sie damit jedoch nicht. Es wurde Ende Juni von der Herstellerfirma im Beisein des Straßenverkehrsamtes des Landkreises sowie der Polizei geöffnet. „Wir haben mit der Auswertung der Daten begonnen und der Polizei Aufnahmen zur Verfügung gestellt“, berichtet Siegfried Bluhm, Leiter des Straßenverkehrsamtes.

Unklar ist bislang, ob ein Verkehrssünder die Anlage in Brand gesteckt hat, oder vielleicht auch eine Gruppe, die sich am Ende einer Vatertags-Trinktour einen „Scherz“ erlauben wollte.

Der Schaden an dem rund 150.000 Euro teuren Gerät ist jedenfalls groß. Die Hülle wurde mittlerweile zum Hersteller nach Gießen gebracht, wo sie repariert werden soll. Die Elektronik befindet sich unterdessen in Potsdam. „Es stand ohnehin die Eichung an“, so Bluhm, dessen Angaben zufolge der Landkreis überlegt, ob er sich für die Zeit des Ausfalls des eigenen Blitzers ein Ersatzgerät anmietet.

Blitzer soll „Gefährdungen ausschließen“

Das Straßenverkehrsamt sieht die Anlage nämlich ausdrücklich nicht als eine Möglichkeit, Geld einzunehmen. „Wir wollen Gefährdungen ausschließen“, sagt Bluhm und weist darauf hin, dass Verkehrteilnehmer mit 160 Stundenkilometern keine Chance mehr zur Reaktion haben, wenn beispielsweise ein Trecker mit Ernteanhänger auf eine Kreisstraße einbiegt. „Auch bei Wildwechsel geht dann gar nichts mehr“, so Bluhm. „Dann sitzt das Reh plötzlich auf dem Fahrer- oder Beifahrersitz“, fügt er sarkastisch an.

Die Zahlen der Geschwindigkeitsverstöße sind auf jeden Fall alarmierend. Der Landkreis hat den Blitzeranhänger seit Anfang 2018 in Betrieb. „Seitdem hatten wir 17.600 Ordnungswidrigkeitenanzeigen“, bilanziert Bluhm. Dabei gebe es extreme Ausreißer, beispielsweise Autofahrer, die in der Tempo 70-Zone 170 Stundenkilometer fahren. Die Folge sind ein dreimonatiges Fahrverbot und eine Strafzahlung in Höhe von 1200 Euro.

Nachts wird innerorts oft zu schnell gefahren

Erstaunlicherweise stellt der Landkreis die extremen Überschreitungen zur Tageszeit fest. „Nachts wird eher in geschlossenen Ortschaften zu schnell gefahren“, berichtet Bluhm. Auffällig sei auch, dass in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 93 Fahrverbote ausgesprochen werden mussten. „Das sind fast doppelt so viele wie bei unseren mobilen Anlagen.“

Wie es mit dem beschädigten Blitzeranhänger weitergeht, weiß noch niemand. Die Anlage ist versichert, sodass der Landkreis auf jeden Fall ein repariertes oder ein neues Gerät bekommt. Bluhm wünscht sich, dass der Blitzer dann videoüberwacht aufgestellt werden kann. Dazu muss aber noch die Gesetzeslage überprüft werden. Bislang gibt es wohl noch keine Genehmigung für diese Geräte im Land Niedersachsen.

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