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Rätselraten über Tod des Jungstorchs

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Von: Dierk Rohdenburg

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Das Storchenpaar beim Flug über die Wildeshauser Marschwiesen.
Das Storchenpaar beim Flug über die Wildeshauser Marschwiesen. © Kramer

Wildeshausen – Rätselraten über den Tod des Jungstorches in den Wildeshauser Marschwiesen. Wie berichtet, war das Tier am Freitag vor Pfingsten tot im Nest aufgefunden worden.

Zunächst gingen Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) davon aus, dass der kleine Storch wegen Nahrungsmangels gestorben ist. Der Verdacht wurde geäußert, dass zu wenig Wiesen in der Nähe gemäht wurden, sodass die Elternvögel nicht genug Beute machen konnten.

„Die Theorie, dass das Junge verhungert sein könnte, stößt bei uns in der Gruppe mittlerweile jedoch auf große Zweifel“, sagt Wolfgang Pohl vom Nabu. Offenbar könnten Störche auch in hohem Gras landen und dort Nahrung finden.

Mittlerweile halten einige Naturschützer die Theorie für wahrscheinlicher, dass die Elterntiere Probleme mit der Fruchtbarkeit hatten. Konnten sie vor einem Jahr noch drei Jungvögel großziehen, bis vermutlich die Folgen eines Starkregens die Tiere töteten, gab es in diesem Jahr nur einen kleinen Storch.

„Es hat auch diesmal einen heftigen Regenguss gegeben“, so Pohl. Wenn mehrere Küken im Nest seien, könnten sie sich gegenseitig besser wärmen. Ein alleiniges Küken hingegen kühle schnell aus, wenn die Eltern nicht schnell genug zum Nest zurückkehren.

Trauriger Anblick: Das tote Storchenjunge im Nest – fotografiert mit einer Drohne.
Trauriger Anblick: Das tote Storchenjunge im Nest – fotografiert mit einer Drohne. © Kramer

Klarheit werden die Naturschützer wohl nicht bekommen, denn das tote Tier war direkt vor dem Gildefest aufgefunden worden. Somit gelang es nicht, den Leichnam aus dem Nest zu holen und zu untersuchen. Mittlerweile dürfte von dem Jungen nicht mehr viel übrig sein, was untersucht werden könnte.

Es gibt weitere Nistangebote für Störche

Da der Tod vor dem Gildefestauftakt festgestellt wurde, bleiben zumindest Vorwürfe aus, dass das Feuerwerk eine Ursache sein könnte. Allerdings wurde seitdem zuerst nur noch ein Tier und später gar keins mehr in den Marschwiesen gesichtet. „Störche reagieren sehr schreckhaft“, sagt Pohl. Sie gerieten bei dem Lärm und Funkenregen am Himmel in Panik. Deshalb würde er es begrüßen, wenn man nach Alternativen zum traditionellen Höhenfeuerwerk suchen würde.

„Die Untere Naturschutzbehörde hat das allerdings abgewogen und genehmigt“, so Pohl. Für die Zukunft fände er es aber sinnvoll, sehr genau zu prüfen, ob nicht beispielsweise ein „Laserfeuerwerk“ ebenfalls für einen gelungenen Gildefest-Auftakt sorgen könnte.

Unter dem Strich hofft der Nabu, dass die Störche nicht dauerhaft wegbleiben. Wesentlich geeigneter für das Brutgeschäft, so Pohl, seien die vom Nabu und dem Bauhof vorbereiteten Nester im Pestruper Moor und am Klärwerk. Und vielleicht gewännen die Vögel weiter an Erfahrung, und es gelinge dann doch in den nächsten Jahren ein erfolgreiches Brutgeschäft in Wildeshausen. Dafür allerdings, so die Einschätzung der Naturschützer, müsste das Nahrungsangebot besser werden. Das bestätigte auch die Storchenstation in Berne. Wenn die Elternvögel das Weite suchen würden, dann liege das zumeist daran, dass nicht genügend Beutetiere vor Ort zu finden sind, heißt es von dort.  

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