Radtour der SPD/Diskussion über Zukunft des Marktplatzes ohne Bürger

„Wir brauchen Pfiffiges und nicht so Piefiges“

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Auf dem Marktplatz diskutierten die Sozialdemokraten über die Zukunft der Häuserfassade.

Wildeshausen - Das Interesse der Bürger lag bei Null – mit den Plänen, am Wildeshauser Marktplatz ein Wohn- und Geschäftshaus zu errichten, beschäftigte sich am Montagabend die SPD im Rahmen ihrer Sommer-Fahrradtour. Während Anwohner fernblieben, nahm die SPD-Landtagsabgeordnete Renate Geuter an dieser Tour teil.

So blieb es eine reine Parteiverstaltung, während der sich die Mitglieder der Ratsfraktion und des Ortsvereins ihre Gedanken machten, ob es dann sinnvoll ist, die bestehenden Häuser abzureißen.

„Wir brauchen jetzt mal was Schickes und nicht so Piefiges”, betonte Gerda Lehmensiek, stellvertretende Vorsitzende des Bürger und Geschichtsvereins Wildeshausen. Damit brachte sie das auf den Punkt, was einige andere dachten: „Nicht immer Zickzack-Dächer wie jetzt überall in Wildeshausen gebaut werden, sondern mal was mit Pfiff, was Modernes. Die Häuser, die dort jetzt stünden, hätten nichts historisches mehr: „Sie sind wirklich nicht erhaltenswert”, bestätigte sie auch die Meinung von Politikern anderer Parteien.

„Leider hat die emotionslose Präsentation des Architekten nicht dazu beigetragen uns zu überzeugen“, so Thomas Harms, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins.

Fraktionsvorsitzende Evelyn Goosmann kritisierte, dass derzeit niemand wisse, wie das neue Gebäude einmal aussehen solle: „Uns fehlt das klare Konzept des Investors, keiner weiß, welche Geschäfte dort vorgesehen sind.” Die Frage sei doch, ob es nicht richtiger wäre, sich zunächst einmal um die zahlreichen Lehrstände in der Stadt zu kümmern, bevor etwas Neues geplant werde: „Warum wird nicht ein runder Tisch mit den Eigentümern organisiert, um deren Vorstellungen sowie Ideen zu hören und erst einmal herauszufinden, was sie mit ihren Gebäuden vorhaben?“

Unklar scheint derzeit auch zu sein, ob nun zwei oder doch drei Häuser der neuen Planung zum Opfer fallen. Auf der vorliegenden und veröffentlichen Skizze erstreckt sich der Neubau bis zum „Brünger-Haus“, was bedeutet, dass auch das derzeit an die Diakonie vermietete Gebäude in die Planung einbezogen wird.

Stephan Dieckmann, stellvertretender Fraktionsvorsitzender: „Was wir unbedingt möchten, ist ein Mix aus Cafés und Gewerbe, damit der Marktplatz lebt. Die Diskussion nur über die Fassade ist jedoch nicht ausreihend. Der hintere Bereich, also die große Fläche auf der Rückseite der Häuser, ist interessant.“ Allerdings sei die Zuwegung noch nicht geklärt, die Kundenströme seien wichtig: „Wenn die Einfahrt in die Tiefgarage hintenrum geplant wird, könnten diese abgewürgt werden. Außerdem muss geklärt werden, ob ein Fahrstuhl, der die Autos in die Garage bringen soll, umsetzbar ist.“

Geuter lauschte gespannt den Ausführungen: „Die Meinung von allen ist interessant. Und eines ist gelungen, es wird über die Möglichkeiten einer Umsetzung diskutiert.“

cr

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