Ausschuss empfiehlt Konzept für Fahrradtrasse / Streitpunkt Kreuzung in Havekost

Radschnellweg kommt voran – Kreisverkehr in weiter Ferne

Ein Radschnellweg soll die Attraktivität für Touristen und die klimafreundliche Fortbewegung verbessern. - Foto: imago

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Noch ist kein Zentimeter des Radschnellwegs von der Stadt durch den Landkreis Oldenburg nach Bremen geplant, geschweige denn fertiggestellt, aber an dem Projekt, für das die Kreisverwaltung nun ein Konzept erarbeiten soll, scheiden sich schon jetzt die Geister. Und das liegt zu einem großen Teil an den Kosten.

Die Kreisverwaltung kalkuliert vorsichtig mit 500 000 Euro Baukosten pro Kilometer. Ein Blick auf die Karte verrät, dass die Erstellung – der Verlauf soll sich an der Bahnstrecke Oldenburg-Bremen orientieren – Ausgaben in Millionenhöhe erfordert. Die Kosten seien ein „Totschlagargument“, meinte Simon Schütte (Grüne/Ganderkesee) während der Sitzung des Bau, Straßen- und Brandschutzausschusses am Dienstag im Kreishaus. Davon lässt sich der junge Politiker aber nicht abbringen. „Bei einem interkommunalen Projekt ist es für mich selbstverständlich, dass wir auch bei den Kosten zusammenarbeiten“, sagte er. Zudem verwies er auf Förderungen von Bund, Land und eventuell der Europäischen Union.

Von der Umsetzung versprechen sich die Grünen mehr Attraktivität für Touristen und klimafreundliche Fortbewegung sowie eine Alternative für Pendler. Ein Radschnellweg unterscheidet sich von einem normalen Radweg, der pro Kilometer rund 200 000 bis 250 000 Euro kostet, vor allem durch die Breite – mindestens vier statt 1,80 Meter –, möglichst keine Kreuzungen von Hauptverkehrsstraßen und Servicestationen.

Die SPD und Schüttes Parteifreunde unterstützen ihn, CDU, FDP und UWG hielten dagegen. „Wir sollten lieber Straßen flicken“, forderte beispielsweise Manfred Huck (CDU/Hatten). Ernst-August Bode (FDP/Ostrittrum) mahnte, die Mittel für die Radwegesanierung reichten jetzt schon nicht aus. „Wir haben andere Baustellen.“ Günter Westermann (CDU/Ganderkesee) sah überhaupt keine Notwendigkeit für solch ein Vorhaben. „An der alten B 51 kann man doch auf dem Radweg von Habbrügge nach Bremen fahren“, argumentierte er. In einer Kampfabstimmung setzten sich SPD und Grüne mit sieben zu sechs Stimmen gegen die anderen Parteien durch. Der Ausschuss beauftragte die Kreisverwaltung, die Entwicklung eines regionalen Mobilitätskonzepts für den Radverkehr insbesondere im Hinblick auf den genannten Radschnellweg aktiv zu begleiten.

Keine Lösung für Problemkreuzung

Des Weiteren befasste sich der Ausschuss mit der Kreuzung in Havekost in der Gemeinde Ganderkesee. Dort treffen die Harpstedter und Havekoster Straße auf die B 213. Wie berichtet, will sich der Bund nicht an den Kosten für einen Kreisverkehr beteiligen. Das stieß fast allen Ausschussmitgliedern sauer auf, die teilweise schon seit Jahren für den Umbau kämpfen. „Jeder von uns, auch von der Verwaltung, sieht ein, dass diese Lösung für den Verkehrsfluss und die Sicherheit am besten ist“, brachte Bode (FDP) die Stimmung auf den Punkt. Aber ohne zusätzliche Gelder zu beantragen, sprich den Bau komplett aus dem Kreis-Etat zu finanzieren, sei die Umsetzung nicht möglich. Doch solch einen Antrag mochte wohl niemand stellen. Letztlich stimmte der Ausschuss gegen die Stimmen von Otto Sackmann (UWG/Ganderkesee) und Christel Zießler (SPD/Ganderkesee) dafür, dass der Umbau derzeit nicht weiter verfolgt wird.

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