Polizei und Ordnungsamt kontrollieren verstärkt in Wildeshausen

Quarantäne-Auflagen ignoriert

Wildeshausen – Die Zahl der Corona-Infizierten im Landkreis Oldenburg ist von Montag auf Dienstag um zwei auf nun 55 akut erkrankte Personen gestiegen. Gleichzeitig meldete der Kreis am Dienstag, dass einige unter Quarantäne stehende Personen am Wochenende in Wildeshausen gegen ihre Auflagen verstoßen haben. Die Polizei habe allerdings niemanden angetroffen, der positiv auf Covid-19 getestet war.

Trotzdem betont Landrat Carsten Harings: „Die Verstöße werden konsequent geahndet. Da gibt es überhaupt keinen Spielraum.“ Die Polizei werde – unterstützt durch das Ordnungsamt des Landkreises und Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie aus Großenkneten – auch weiterhin Kontrollen durchführen. Hierfür seien zusätzliche Kräfte eingesetzt. Flankiert würden diese Maßnahmen durch die üblichen stichprobenartigen Überprüfungen der Quarantäne durch das Kreisgesundheitsamt. Letztere erfolgen in der Regel telefonisch.

Für die Puten, die nicht bei Geestland geschlachtet werden können, sind inzwischen andere Betriebe eingesprungen. In diesem Zusammenhang hat sich der Vorsitzende des niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes, Friedrich-Otto Ripke, zu Wort gemeldet: „Damit gewinnen wir Platz in den Ställen.“ So sinke der Stress und die Hitzebelastung für die verbleibenden Tiere.

Geflügelzüchter: Schnell wieder arbeiten

Ripke appelliert, dass der Schlachtbetrieb in Wildeshausen so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden müsse. Es solle nicht formal 14 Tage gewartet werden. „Sondern man muss schauen, wann sind die Mitarbeiter in Quarantäne gegangen und wann hat man getestet“, sagt Ripke. Sinnvoll seien auch Antikörpertests. „Dann müsste man nicht die komplette Inkubationszeit abwarten, sondern könnte in Teilen wieder anfangen zu arbeiten.“

Derweil hat das Kreis-Gesundheitsamt am Dienstag Abstriche von 39 Kindern von positiv getesteten Geestland-Mitarbeitern genommen. Gleichzeitig wurden auch ihre Begleitpersonen mit Blick auf mögliche Infektionen getestet. Erste Ergebnisse dieser Reihe liegen vermutlich heute vor, so die Kreisverwaltung.

Ebenfalls gestartet ist die Kontrollaktion in den Senioren- und Pflegeheimen in der Stadt Wildeshausen und der Gemeinde Großenkneten. Bei diesem vom Gesundheitsamt initiierten Screening werden in erster Linie die Mitarbeiter getestet, um möglichen Querverbindungen zum Infektionsgeschehen vorzubeugen. Bis kommenden Freitag läuft die Aktion mit mobilen Teams der Kreisverwaltung. Erste Ergebnisse seien zwischenzeitlich zu erwarten, so Kreissprecher Oliver Galeotti.

Wie am Montag angekündigt, haben Verwaltungsmitarbeiter mittlerweile die Informationen zu Quarantäne-Verhaltensweisen an die betroffenen Haushalte in der Gemeinde Großenkneten und in der Stadt Wildeshausen direkt an die entsprechenden Adressen zugestellt. Über 300 Anschreiben wurden schon am Montagabend in Wildeshausen durch das Jugendamt des Landkreises Oldenburg an die Wohnadressen verteilt. „Da wurde sehr schnell und effektiv gehandelt“, lobt Harings.

Derweil hat auch die Stadt Delmenhorst eine Allgemeinverfügung erlassen, wonach die dort wohnenden Geestland-Mitarbeiter bis zum 10. Juli in Quarantäne müssen. Fünf Schüler an vier Schulen haben sich mit dem Virus infiziert.

Zahl der Erkrankten steigt nur leicht

Zurück in den Landkreis Oldenburg. Die Gesamtzahl der registrierten Infektionen beträgt dort 301 bestätigte Fälle (inklusive genesener und verstorbener Personen) einer Covid-19-Erkrankung, hervorgerufen durch das Virus Sars-CoV-2 (Stand: Dienstag, 13 Uhr). Davon gelten 235 als genesen. Elf sind verstorben. Somit gibt es aktuell 55 registrierte an Covid-19 erkrankte Personen. In Quarantäne befinden sich 934 Menschen.

Bei den Erkrankten handelt es sich um Personen aus der Stadt Wildeshausen (36) und der Gemeinde Großenkneten (16) sowie der Samtgemeinde Harpstedt (3). Dass es in der Gemeinde Großenkneten im Vergleich zum Vortag eine Infektion weniger gibt, ist darin begründet, dass diese Person unmittelbar vor der Infektion aus der Gemeinde weggezogen ist und sich nicht direkt umgemeldet hatte, erklärt die Kreisverwaltung.

In den Gemeinden Dötlingen, Ganderkesee, Hatten, Hude und Wardenburg gibt es derzeit keine nachgewiesenen Erkrankten. Die 235 Genesene verteilen sich auf Dötlingen (6), Ganderkesee (38), Großenkneten (18), Harpstedt (4), Hatten (16), Hude (24), Wardenburg (31) und Wildeshausen (98).

Von Ove Bornholt

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