Berufliche Integration von Flüchtlingen

„Qualifikation lässt sich oft sehr schwer einschätzen“

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Ingo Hermes sieht die berufliche Integration der Flüchtlinge mittelfristig als positiv an. 

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Mittelfristig sieht es Ingo Hermes, Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung (MIT) Wildeshausen, als überaus positiv an, wenn junge Flüchtlinge, die in der Stadt leben, in die Ausbildungsberufe kommen: „Ich denke an einen Zeitraum von drei bis sechs Jahren, dann könnte sich diese Ausbildung positiv auf den demografischen Wandel auswirken.“

Wir wollten von dem Unternehmer wissen, inwieweit sich bereits etwas getan hat, Flüchtlinge in Berufe zu vermitteln. „Wir hatten ja Anfang des Jahres schon zu einem Infoabend mit Arbeitsagentur und Jobcenter eingeladen. Wichtig ist, dass rechtlich genau geklärt wird, ab wann die Menschen die Arbeit aufnehmen dürfen“, so Hermes.

Er macht keinen Hehl daraus, zu erwähnen, dass für Fachbetriebe im Handwerk die Qualifikation eine sehr große Rolle spielt. „Und genau das lässt sich oft sehr schwer einschätzen. Wenn eine Qualifikation vorhanden ist, dann ist sie oftmals völlig anders dokumentiert, als es bei uns üblich ist“, so der Unternehmer. Diese müsste dann zunächst übersetzt werden: „Die Leute können sich dann entweder selber bei der Handwerkskammer Oldenburg melden, oder der Betrieb unternimmt diesen Schritt.“

Ausbildung im nichteuropäischen Ausland anders strukturiert

Ein Problem bei der Sache sei jedoch, dass im nichteuropäischen Ausland die Ausbildung nicht so strukturiert sei wie bei uns: „Prüfungen, wie sie für uns wichtig sind, gibt es dort oftmals gar nicht. In diesen Fällen müssen die Menschen über eine Umschulung an die Berufe herangeführt werden.“ Wenn in seinem Unternehmen jemand anfangen wolle zu arbeiten, müsse er ein Diplom vorlegen: „Ansonsten muss eben eine richtige Ausbildung gemacht werden.“

Allerdings habe er schon eine sehr gute Anfrage von einem Ingenieur aus Syrien gehabt. „Er war gerade mit seinem Studium fertig, den hätte ich sofort eingestellt. Leider ist er aber wieder zurück in seine Heimat gegangen, weil es ihm nicht möglich war, seine Familie nachzuholen. Das war eine tragische Geschichte“, betont Hermes.

"Englisch sollte jeder sprechen können"

Zudem habe er einige Nachfragen gehabt, bei denen die Qualifikation schlichtweg nicht gepasst habe. „Wichtig ist auch die Kommunikation, die natürlich stimmen muss. Englisch sollte daher jeder sprechen können. Allerdings gibt es auch einige Berufe, in denen die Anforderungen nach der Qualifikation nicht ganz so hoch gehängt sind“, so der Unternehmer. Auch wenn ihm nicht bekannt sei, ob andere Betriebe schon Geflüchtete eingestellt hätten, so sehe die MIT deutliche Vorteile für die Zukunft: „Sicherlich werden viele dieser jungen Menschen ihre Plätze in den Wildeshauser Betrieben finden.“

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