Investor will bauen, doch vorher sind einige Gutachten erforderlich

Prüfauftrag für Kiebitzweg

Platz für Baugrundstücke? Das soll eine eingehende Prüfung klären.
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Platz für Baugrundstücke? Das soll eine eingehende Prüfung klären.

Wildeshausen – Der Ausschuss für Stadtplanung, Bau und Umwelt hat am Donnerstagabend gegen die Stimme der UWG empfohlen, ein Bauleitplanverfahren zur Flächennutzungsplanänderung und zur Aufstellung eines Bebauungsplanes „Kiebitzweg/Am Reepmoor“ anzuschieben.

Wie berichtet, hatte der Besitzer 13 Jahre, nachdem Pläne für eine Wohnbebauung von der Stadt zu den Akten gelegt wurden, einen neuen Antrag gestellt. Seinen Angaben zufolge möchte er auf zwei Flächen maximal vier weitere Wohnbaugrundstücke mit Größen von bis zu 800 Quadratmetern entwickeln. Gemeint sind Areale nördlich und südlich des von der Straße „Am Reepmoor“ nach Osten in den Kiebitzweg abzweigenden Weges, die derzeit waldähnlichen Charakter haben.

Bauamtsleiter Hans Ufferfilge hatte zuvor dargelegt, dass mit dem Beginn eines Planverfahrens keineswegs davon auszugehen ist, dass dort tatsächlich Baugrundstücke ausgewiesen werden. Es sei vielmehr zu erwarten, dass erneut Gutachten eingeholt werden müssen, ob es dort artenschutzrechtliche Bedenken gibt. Diese müsse der Eigentümer bezahlen.

Flächen sollen erhalten bleiben

Jeder Besitzer könne einen Antrag stellen, um zu überprüfen, ob sich Sachverhalte geändert haben, so Ufferfilge. „Wir wollen diese Flächen erhalten. Aber wir können niemanden zwingen, sie an uns zu verkaufen.“ Es gebe dort teilweise Bebauung, eine öffentliche Straße und einen Kanal, der von der Stadt nach öffentlichem Beschluss angelegt worden sei. „Vielleicht können wir bei einer kleinen Bebauung zu einem deutlich günstigeren Kurs an die verbleibenden Flächen kommen“, erklärte der Bauamtsleiter.

Karl Schulze Temming-Hanhoff (fraktionslos) hielt die Vorbereitungen der Verwaltung für überflüssig. Es könne nicht sein, dass ein Waldgebiet für private Interessen geopfert werde, betonte er. Hermann Hitz (UWG) verwies darauf, dass vor 13 Jahren 18 Rote-Liste-Tierarten in dem Gebiet nachgewiesen wurden. „Jetzt soll hier ein Wohngebiet entstehen. Da hat offenbar einer in Wildeshausen mehr Rechte als andere“, wetterte er.

Den Vorwurf der Klüngelei wies Ufferfilge zurück, und Bürgermeister Jens Kuraschinski verdeutlichte, dass er und die Verwaltung nur Vorschläge machten, über die letztlich die Politik entscheiden müsse. „Es werden hier noch keine Fakten geschaffen“, befand Wolfgang Sasse (CDU). „Es gibt nur einen Prüfauftrag.“

Ufferfilge kündigte an, dass in zwei Wochen zudem über einen UWG-Antrag beraten werden soll. Ratsherr Matthias Kück hatte angeregt, dass die Stadtverwaltung Gespräche mit dem Eigentümer aufnimmt, um die Waldflächen käuflich zu erwerben, und diese anschließend einer Renaturierung im naturschutzrechtlichen Sinne zuführt. Das sei vielleicht denkbar, wenn die Stadt dem Investor an anderer Stelle entgegenkommen würde.  dr

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