50 Prozent Steigerung auf 2,4 Millionen Euro/Ausschreibung gestoppt

Holzhauser Straße: Baukosten explodieren

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Wegen der Benutzung durch viele schwere Fahrzeuge ist die Holzhauser Straße völlig marode.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Die Kosten für den geplanten Ausbau der Holzhauser Straße in Wildeshausen sind förmlich explodiert. Weil eine Steigerung um 50 Prozent erwartet wird, stoppte Bürgermeister Jens Kuraschinski die Ausschreibung. Nun ist unklar, wie es weitergeht und woher die Mittel kommen sollen.

Die veranschlagte Bausumme stieg von 1,6 Millionen auf 2,4 Millionen Euro. Das Geld hat die Stadt nicht, die Politik reagiert stinksauer über die Nachricht, fühlt sich schlecht informiert und möchte für die Fehlentwicklung nicht verantwortlich gemacht werden. „Das wäre ja noch schlimmer als das Pagenmarsch-Desaster“, wettert CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Sasse, der Kämmerer Thomas Eilers in die Fraktion einlud, um den aktuellen Sachstand zu erfahren.

Wer für das Desaster verantwortlich ist, wird nach Aussagen von Kuraschinski jetzt intensiv geprüft. „Diese Steigerung kann man ja niemandem verständlich machen“, sagt er. Gleichzeitig überlege die Verwaltung, wie man von den Kosten herunterkommen könne – ob es günstigere Varianten gebe. „Wir werden das dann in die Haushaltsberatungen geben“, kündigt der Bürgermeister an.

Seit vielen Jahren diskutiert die Politik in Wildeshausen über den Ausbau der Holzhauser Straße. Schließlich einigten sich die Ratsmitglieder auf eine Einteilung in drei Bauabschnitte. Der erste Abschnitt von der Visbeker Straße bis zum südlichen Dorfanfang ist etwa 700 Meter lang, der zweite ist ebenso lang und führt durch das Dorf, der dritte ist 3,4 Kilometer lang und führt zur B 213. Rad-. und Fußwege sind nicht geplant.

Der Straßenbau-Sachverständige Jürgen Dieker stellte in einem Gutachten fest, dass die Asphaltbefestigung aufgrund der vorhandenen strukturellen Schäden für eine Erneuerung im Hochbau nicht geeignet ist. Die Straße müsse vollständig erneuert werden, so seine Einschätzung. Der Asphaltoberbau einschließlich Binder- und Deckschicht sollte nun mit einer Dicke von 36 Zentimetern auf einer Breite von sechs Metern hergestellt werden.

Dem Rat hatte die Verwaltung noch im Mai detaillierte Ausbauangaben und Zahlen des Planungsbüros Mumm vorgelegt. Das Projekt wurde (ohne das Geld für den Planer) mit 1,5 Millionen Euro beziffert. Dementsprechend hatte die Politik das Geld für die Haushaltsjahre 2015 bis 2018 gestaffelt veranschlagt. Das ist alles hinfällig, weil die Leistungsverzeichnisse jetzt deutlich höhere Kosten ausweisen.

Unabhängig von der drastischen Entwicklung droht der Stadt weiteres Ungemach. Die Anwohner wollen sich gerichtlich dagegen wehren, dass sie sich an den Ausbaukosten beteiligen müssen. Sie hätten bereits beim Bau der Straße ihren Beitrag geleistet, lautet die Argumentation. Zudem würde die Straße insbesondere von schweren ortsfremden Fahrzeugen als Verbindung zwischen Landes- und Bundesstraße genutzt. Damit handele es sich faktisch um eine Kreisstraße – für deren Ausbau die Anlieger nicht herangezogen werden könnten.

Sollte das Gericht den Bürgern Recht geben, müsste die Stadt die komplette Summe selbst aufbringen.

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