Aktivsten von „Campact“ 

Protest gegen Glyphosat vor verschlossenen Türen

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Die Aktivisten von „Campact“ protestierten vor dem CDU-Büro. Die Türen blieben jedoch verschlossen.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Sieben Aktivisten des Vereins „Campact“ postierten sich am Dienstagvormittag vor dem Büro der CDU in Wildeshausen. Sie trugen Schutzanzüge, hielten Abbildungen von Insekten in die Höhe und wollten mit den Christdemokraten über die geplante Verlängerung der Zulassung des Pestizids Glyphosat diskutieren. Es war jedoch niemand von der CDU da.

Die verschlossenen Türen kamen für Jürgen Beneke aus Huntlosen sowie seine Mitstreiter allerdings nicht überraschend. Sie hatten vor einer Woche persönlich ihren Besuch angekündigt, dann aber hatte Kreisvorsitzender Dirk Vorlauf am Montagabend per E-Mail mitgeteilt, dass so schnell kein Ansprechpartner gefunden wurde. „Sehr schade“ fanden das die Aktivisten, die dennoch eine Weile blieben, um auf ihr Anliegen hinzuweisen. Die Aktion gehörte zu einer Kampagne von „Campact“, die in diesen Tagen an 106 Standorten in Deutschland organisiert wurde. Mitte Dezember läuft die EU-Zulassung für Glyphosat, hergestellt von der Firma Monsanto, aus. Das Pestizid wird weltweit eingesetzt, um unerwünschte Pflanzen abzutöten. Es steht im Verdacht, Krebs auszulösen und durch die Vernichtung vieler Pflanzenarten zum Artensterben beizutragen. „Campact“ kritisiert wie viele Naturschutzbewegungen, dass sich Deutschland voraussichtlich bei der Abstimmung im Europäischen Parlament enthalten wird. „Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie Landwirtschaftminister Christian Schmidt (CSU) befürworten den weiteren Einsatz“, kritisierte Beneke. Man habe mit den Christdemokraten ins Gespräch kommen wollen, damit diese auf die Parteispitze einwirken könnten.

Da von der CDU niemand da war, sahen nur wenige Bürger, wie die Aktivisten verkleidet als Monsanto-Mitarbeiter symbolisch Glyphosat versprühten. Gleichzeitig kritisierten sie, dass das Bundesinstitut für Risikobewertung in seiner Studie zur Gefährlichkeit des Pestizids einige Passagen aus Papieren von Monsanto abgeschrieben hat. „Das ist belegt“, so Beneke. „Kein Wunder, dass der Stoff von dort als nicht so gefährlich eingeschätzt wird.“

www.campact.de

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