Projektsteuerer möchte zweite Expertise für Feuerwehrhausbau haben

Tragfähigkeit der sanierten Fläche erneut im Test

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Zehn Messpunkte wurden am Montag dort eingerichtet, wo später gebaut werden soll..

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. In diesem Jahr soll der erste Spatenstich für das Feuerwehrhaus in der Pagenmarsch erfolgen. Die Kalkulation für den Bau liegt vor. Doch nun wird auf dem Areal noch einmal geprüft, wie tragfähig der Boden ist. Diesmal sogar bis zu einer Tiefe von 15 Metern.

Die Maßnahme sorgt für Erstaunen. Am Montag fuhr ein Mitarbeiter der Firma Roxeler Ingenieurgesellschaft aus Münster auf dem Gelände vor und markierte zehn Messpunkte an den Stellen, wo gebaut werden soll. Am Dienstag wurde den ganzen Tag über aufwendig geprüft, wie die Bodenbeschaffenheit in der Pagenmarsch ist – obwohl das eigentlich schon lange geklärt sein soll. „Der Projektsteuerer wollte eine zweite Meinung haben“, erklärte Stadt-Pressesprecher Hans Ufferfilge auf Nachfrage unserer Zeitung. Man brauche Sicherheit, ob die bisherigen Erkenntnisse Bestand haben. Die Untersuchung habe zudem mit der geplanten Grundwasserabsenkung zu tun. Wie berichtet, sollen damit Torfbänder ausgetrocknet werden, um die nötige Standfestigkeit des Bodens zu gewährleisten. Ziel ist es dabei, die Nachbargrundstücke nicht zu gefährden.

Offenbar geht es bei den derzeitigen Messungen aber noch um weitere wichtige Erkenntnisse. Der Projektsteuerer „kplan“ möchte sich wohl nicht auf die Angaben des Planungsbüros Krauss und Partner verlassen. Das Büro hatte die Altlastensanierung seit Jahren vorbereitet und betreut. Nach dem Beginn der Sanierung traten jedoch gefährliche Altlasten in einer Größenordnung auf, die das Kostenvolumen der Sanierung von 900000 Euro auf 2,85 Millionen Euro in die Höhe trieben. Als schließlich der Füllsand auf dem Gelände aufgebracht war, entdeckten Experten in den darunter liegenden Schichten bis zu vier Metern Tiefe die Torfbänder, die keine ausreichende Standfestigkeit für das Feuerwehrhaus ermöglichen, wenn sie nicht ausgetrocknet werden.

Doch was liegt in noch größerer Tiefe? Verlässliche Erkenntnisse darüber sollen nun die Messungen ergeben, die aktuell durchgeführt werden und die der Stadt bis Ende des Monats vorliegen dürften. Sollten sich weitere problematische Schichten im Untergrund befinden, wäre möglicherweise sogar eine Pfahlgründung nötig. Die Kosten dafür würden das Projekt deutlich verteuern. Schon jetzt liegen sie bei mindestens 3,55 Millionen Euro. Noch im Jahr 2011 hatte die Stadt Wildeshausen für den Bau des Feuerwehrhauses lediglich 2,1 Millionen Euro eingeplant.

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