Gymnasiasten lernen bei Hoffrogge das Arbeitsleben kennen / Feste Kooperation über Halbjahr

Programmieren mit den Profis

Zehn Schüler lernen einmal in der Woche bei der Firma Hoffrogge in Wildeshausen, wie man Anwendungen programmiert. Foto: bor

Wildeshausen - VON OVE BORNHOLT. Diese Kooperation könnte Schule machen: Zehn Wildeshauser Gymnasiasten kommen jede Woche anderthalb Stunden zur Firma Hoffrogge in der Kreisstadt und lernen dort mit Profis das Programmieren. Die Zusammenarbeit zwischen der Bildungseinrichtung und dem Betrieb verfolgt mehrere Ziele: Hoffrogge hofft perspektivisch auf Auszubildende, und das Gymnasium erweitert sein Angebot für die Schüler, die bis vor Kurzem kaum Informatikunterricht hatten.

„Ich habe richtig Lust, zu programmieren“, sagt Arne Alpers. Der 18-Jährige ist einer der Elftklässler, die das Angebot wahrnehmen. „Knifflig ist vor allem, die Programmiersprache zu lernen“, findet er. Das sieht seine Mitschülerin Sera-Thrise Meyer (17) ähnlich. Sie ist eine von zwei Mädchen in der zehnköpfigen Gruppe. Es sei am Anfang ein bisschen schwierig - wie bei jeder neuen Sprache.

Die beiden Jugendlichen können sich vorstellen, später zu studieren und beruflich zu programmieren. Das ist natürlich Musik in den Ohren von Geschäftsführer Wilhelm Hoffrogge. Sein Unternehmen bietet zwei bis drei Ausbildungsplätze für Fachinformatiker in der Anwendungsentwicklung und einen Platz im dualen Studium an. „Wir sind immer auf der Suche nach Talenten, die wir ins Team einbauen können“, sagt Hoffrogge. Im vergangenen Jahr habe es eine auf drei Monate angelegte Kooperation mit der Realschule gegeben. Nun geht es mit dem Gymnasium weiter. Und wenn es nach Hoffrogge geht, dann läuft das ab jetzt in jedem zweiten Halbjahr so.

Ganz zur Freude von Rüdiger Baumgarten. Der Mathematiklehrer am Gymnasium kümmert sich um die Informatikausbildung seiner Schüler. Im elften Jahrgang bietet er einen Wahlpflichtkurs an. Der Hobbyprogrammierer begrüßt, dass seine Schüler „sich mal ansehen können, wie Profis das machen“. Unter ihnen seien einige richtige Talente.

Konkret entwickeln die Gymnasiasten in diesem Halbjahr ein Programm, das ähnlich wie Tetris funktioniert. Dabei müssen kleine, geometrische Formen gestapelt werden, sodass sie gut zusammenpassen. Beim Programmieren sammeln die Schüler auch Lebenserfahrung, ist Lehrer Baumgarten überzeugt. Zum Beispiel für die Frustrationstoleranz, denn nicht immer klappt alles gleich so, wie geplant. Die Gymnasiasten müssen lernen, Geduld zu haben und Fehler zu suchen. Jörn Störk, Software-Entwicklungsleiter bei Hoffrogge, meint: „Hier kriegen die Jugendlichen eine richtige Vorstellung davon, wie man programmiert.“ Schwimmen könne man ja auch nicht theoretisch lernen.

Geschäftsleiter Hoffrogge sieht in der Kooperation auch ein Vorbild für andere Firmen. „Wir sind das erste Unternehmen, müssen aber nicht das einzige bleiben.“

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