Privatbrauerei bietet erstes Brauseminar an/ Offizielle Präsentation bei Messe

„Prost“ mit Wildeshauser Bier und „Bieramisu“

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Die Teilnehmer des Brauseminars ließen sich das Bannas-Bier gut schmecken.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. „Das ist der Federweißer des Bieres“, sagt Ulrich Knäblein und kostet die trübe, bernsteinfarbene Flüssigkeit in seinem Glas. In der Tat handelt es sich um noch nicht fertiges Pils, das gestern im Rahmen des Brauseminars bei Thomas Bannas gekostet wurde – Wildeshauser Gerstensaft.

Seit wenigen Wochen braut Bannas in Lohmühle sein eigenes Bier. Auf einer alten Hofstelle hat er alle Apparaturen installiert und bot gestern sein erstes Brauseminar an, dessen Ergebnis im Rahmen der Messe „Fisch& Feines“ vom 14. bis 16. November in Bremen zu besichtigen und zu kosten sein wird. Dass auch dieses Bier gut ankommt, davon kann Bannas ausgehen, denn seine ersten Fässer waren im Nu leer. „Bei unserem Tag der offenen Tür vor zwei Wochen haben sie uns praktisch platt gesoffen“, sagt er mit einem Grinsen. „Ich hatte schon Angst, dass es nicht reicht.“

Gestern erklärte Bannas den gesamten Bauvorgang und ließ seine sechs Teilnehmer in alle Töpfe schauen. Bierbrauen, das zeigte sich schnell, ist eine Wissenschaft, bei der man unter anderem zwischen unter- und obergäriger Hefe unterscheiden muss. Während sich die eine in viele Zellen teilt, bleibt die andere im Verbund. Die eine mag Temperaturen um 13 Grad, die andere liebt es sieben Grad wärmer. „Wir müssen die Temperatur genau steuern“, so Bannas. „Sonst geht das rasend schnell, und der Geschmack lässt sich nicht mehr kontrollieren.“

Dirk Unglaube aus Osterholz-Scharmbeck kennt das. Er braut seit zehn Jahren sein privates Bier. „Allerdings muss man jeden Brauvorgang beim Zoll anmelden“, erklärt er. Das ist für Knäblein aus Stuhr-Fahrenhorst gut zu wissen. „Ich bin Anwärter“, sagt er lächelnd. „Viele Jahre habe ich darüber nachgedacht, doch nun möchte ich es in die Tat umsetzen.“ Demnächst wird er sich ein Starter-Set holen und das erste eigene Bier brauen.

Davon sind Akiko und Michael Buchtmann aus Beckeln weit entfernt. Sie interessieren sich sehr für die Bierherstellung, wollen diese aber lieber anderen überlassen. Für die beiden ist die Frage interessanter, wie man ein Produkt erfolgreich auf dem regionalen Markt platzieren kann, denn sie wollen Reiswein aus Japan importieren.

Nachdem die Truppe zwei verschiedene Biere genossen und viel Wissen aufgenommen hatte, ging es auch beim Essen mit Gerstensaft weiter. Frank Stauga vom „Alten Amtshaus“ servierte unter anderem Spitzkohl-Biersuppe, Biergulasch mit Knödeln und als Dessert Bieramisu mit Schwarzbier für die Brauer.

dr

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