Premiere der „Sunny Side Jazz Band“ in Wildeshausen entpuppt sich als Volltreffer/Niederländer spielen fetzige, freche aber auch ruhige Stücke

Von Jazz und wilden Tänzen

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Die niederländische „Sunny Side Jazz Band“ begeisterte im Rathaussaal.

Wildeshausen - „Wir versuchen zu singen, der Posaunist tanzt. Und wer tanzen will, steht auf und macht mit“ – verlockend war das Angebot, das Klarinettist und Saxophonist Pieter Swart von der niederländischen „Sunny Side Jazz Band“ dem Wildeshauser Publikum am Samstagabend machte. Zwar gab es im voll besetzten historischen Rathaussaal nicht mehr viel Bewegungsfreiheit für wilde Tänze – doch den Jazzfans gelang es weder auf den Sitz- noch auf den Stehplätzen, die Füße still zu halten. Die Band, die die „Wildeshauser Jazzfreunde“ zum ersten Mal in der Kreisstadt präsentierten, entpuppte sich als Volltreffer.

In drei Sets begeisterten die sechs Musiker ihre Zuhörer. Fetzig wurden Dixieland, Ragtime’s, Stomps, Latin und Blues geswingt. Neben Swart bildeten Petro Wijnen an der Trompete und Gerrit Baas an der Posaune die Bläserfront. An Banjo und Gitarre war Anne van der Wal zu hören. In den Niederlanden erhalten auch Jungen seinen in Deutschland nur bei Mädchen üblichen Vornamen. Für den Rhythmus sorgten Aart Frijling am Schlagzeug und Eric van Buijsen am Kontrabass.

Der typisch jazzig mitreißende Stil der Band wechselte ab und an in ruhigere, schmeichelnde Passagen, die die Musiker ebenso meisterhaft zu spielen und in Szene zu setzen verstanden. Dabei blieben sie ganz authentisch: Mit großer Spielfreude setzten sie die alten Jazzstücke um. Das Publikum hörte die professionelle Handhabung der Instrumente, spürte aber auch, dass die Musiker mit Leib und Seele dabei waren.

So forderten die Jazzstücke eben auch vollen Körpereinsatz – etwa, wenn Swart mit geschlossenen Augen mit seinem Instrument zu verschmelzen schien, wenn van der Wal im virtuosen Solospiel alles herauskitzelte, was sein Instrument hergab oder wenn Trompeter und Posaunist sich flachsend die Soli zuspielten. Unermüdlich untermalten Bassist und Drummer das Ganze – so mancher Trommelwirbel sorgte für Gänsehaut.

Zu hören waren unter anderem „Ol‘ Miss Ragg“ oder „Beale Street Blues“. Einen besonderen Auftritt legte Posaunist Baas mit seiner Interpretation von Louis Armstrongs „A Kiss To Build A Dream On“ hin. Mit diesem Traum schmeichelten sich die Posaunentöne in die Herzen der Zuhörer.

Dann wurde es wieder frech und fetzig mit einer zweistimmigen Gesangseinlage von Wijnen und Swart bei „Dapper Dan“. Wijnen übernahm die Melodiestimme und sang vom „pullman porter man on a train down in dixie“. Und da dieser „a girl in every town“ hatte, ging es in dem Song quer durch die Südstaaten von Tennessee über „Alabam“ nach Georgia und „Caroline“. „And every one knew Dapper Dan, knew him as a ladies‘ man.“

Die Musiker improvisierten fleißig, spielten sich die Soli zu, verstanden sich durch Blickkontakt und feuerten sich gegenseitig an. Einige Einsätze „dirigierte“ Swart per Handzeichen. Die Musiker erfüllten sogar spontane Wünsche des Publikums. Dann ließ Wijnen sich nicht von einer weiteren Gesangseinlage abhalten: „Some of these days“ kam ebenso gut bei den Zuhörern an. Da mochte jeder denken, an wen er wollte: „Some day you’ll miss me, you’ll miss my hugging, my kissing too…“

Wer sich begeistern ließ, wird sicherlich den nächsten Termin der Jazzfreunde nicht versäumen wollen: Am 12. März ist die „Happy Jazz Society“ aus dem Osnabrücker Land mit Dixieland, Swing und Blues zu Gast im Rathaussaal.

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