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„Preis an Inflation angepasst“

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Von: Dierk Rohdenburg

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Ehemaliger Campingplatz: Die Fläche sollte für ein Industriegebiet genutzt werden.
Ehemaliger Campingplatz: Die Fläche sollte für ein Industriegebiet genutzt werden. © dr

Wildeshausen – Mit Gerd Eilers aus Holzhausen wehrt sich einer der beiden Grundstücksbesitzer gegen den vor wenigen Tagen in Pressemitteilungen erhobenen Vorwurf von Parteien, er habe den Preis für die Flächen des geplanten Industriegebietes Wildeshausen-West in der Vergangenheit deutlich erhöht, um seine Gewinne zu maximieren.

Das sei nicht zutreffend, so der Landwirt. Er habe sich vielmehr nur an erheblichen Preissteigerungen, insbesondere von Ackerland, orientiert.

Eilers erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass die Stadt Wildeshausen vor 22 Jahren mit den Planungen für das Industriegebiet Wildeshausen-West begonnen habe. „Zu dieser Zeit wurde der Campingplatz Bürgerpark von Helmut Müller Immobilien und mir gemeinsam betrieben. Mit der Planung der Stadt wurde dem Campingplatz die wirtschaftliche Zukunft entzogen“, betont er. „Viele Camper verließen den Platz, weil sie die Schließung erwarteten.“

Der Miteigentümer der Müller/Eilers-Betreibergemeinschaft, Helmut Müller, habe seinen Anteil an die Firma Scheele verkauft, die das große Sandvorkommen abbauen wollte. Doch dieser Plan sei von der Politik nicht gewollt gewesen und nicht enehmigt worden.

Zwei Investoren sprangen ab

2017, so Eilers, habe die Planungsfirma Taube Immobilien aus Cuxhaven von Scheele und ihm die Grundstücke zur Entwicklung eines Autohofes erworben. Der Kaufvertrag habe per Klausel eine aufschiebende Wirkung gehabt, sodass er erst mit einem rechtskräftigen Bebauungsplan wirksam geworden wäre. Die Insolvenz der Firma Taube habe den Kaufvertrag aber dann aufgelöst.

Wie berichtet, hatte danach die Nanz-Gruppe aus Stuttgart Interesse an den Flächen signalisiert und mit der Stadt Wildeshausen die Gesamtplanung, also einen Autohof mit angrenzenden Industrieflächen, in Angriff genommen. Auch hier gab es laut Eilers ein notarielles Angebot mit aufschiebender Wirkung. „Der Kaufpreis für die Grundstücke des Autohofes war wesentlich niedriger als von der insolventen Firma Taube“, betont er.

Unter dem Strich erledigte sich auch dieses Angebot, weil die Nanz-Gruppe auf die Entwicklung des Gebietes verzichtete. „Nach Aufforderung durch den Wildeshauser Baudezernenten Manfred Meyer habe ich am 17. März der Stadt ein Angebot für meinen hälftigen Anteil der Eigentümergemeinschaft gemacht“, so Eilers. „Ausgehend von dem reduzierten Kaufpreis der Nanz-Gruppe wurde die rasante Inflation der Grundstückspreise in den vergangenen Jahren berücksichtigt. Nicht mehr und nicht weniger habe ich mit meinem Angebot gefordert.“

Da er den Erlös aus dem Verkauf reinvestiere, habe er die erheblichen Preissteigerungen von Immobilien, insbesondere von Ackerland, berücksichtigt. „Verlangt man von mir, dass ich diese aktuelle Inflationswelle nicht in meine Kalkulation einbeziehe und den Markt ausblende?“, fragt Eilers. „Es würde sich ja auch niemand aufregen, wenn sich die allgemeinen Kosten von Elektroschaltschränken innerhalb von zwei Jahren erhöhen und wenn diese Kostensteigerung von einem regionalen Elektriker berücksichtigt wird.“

Eilers erfuhr nach eigenen Angaben aus der Zeitung, dass die Stadt sein Angebot nicht annehmen will. „Man hat es nicht für nötig gehalten, mit mir Kontakt aufzunehmen“, kritisiert er. Offenbar sei die Mittelstandsvereinigung schon vor ihm über das Scheitern der vertraulichen Verhandlungen informiert worden.  

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