Übrig gebliebene Vakzine für Feuerwehrleute / Hausärzte impfen

Pragmatische Lösung

Die Masse macht‘s: Mit flexiblen Ansätzen sollen so viele Menschen wie möglich geimpft werden.
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Die Masse macht‘s: Mit flexiblen Ansätzen sollen so viele Menschen wie möglich geimpft werden.

Wildeshausen – Jeden Tag bleiben Corona-Vakzine im Impfzentrum am Westring in Wildeshausen übrig, weil Menschen ihren Termin nicht wahrnehmen oder doch nicht geimpft werden wollen. „Es darf aber nichts weggeschmissen werden“, betont Kreisrat Christian Wolf. In solchen Fällen klingelt deswegen zurzeit bei freiwilligen Feuwehrleuten in Wildeshausen und Düngstrup das Telefon, wie der Landkreis auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte.

Mit der Vergabe von kurzfristigen Terminen an die Ehrenamtlichen wird versucht, überzähligen Impfstoff zu verwenden und gleichzeitig die Impfreihenfolge zumindest einigermaßen einzuhalten.

„Es ist unser Versuch, die Priorisierung hinzubekommen“, erklärt Wolf, wie in diesen Einzelfällen gehandelt wird. Die Feuerwehrleute seien schnell erreichbar und gehörten zu den priorisierten Gruppen. Allerdings sind sie nach der Impfreihenfolge noch nicht dran, weswegen sie allein aufgrund ihrer Tätigkeit als Brandschützer keine Termine im Impfzentrum buchen können. Die Feuerwehrleute sind in der dritten priorisierten Gruppe, zurzeit wird die zweite Gruppe, zum Beispiel die über 70-Jährigen, geimpft.

Der Landkreis hatte schon einmal einen Vorstoß in diese Richtung übernommen, war aber ausgebremst worden (wir berichteten). „Dass die Feuerwehren nicht in einer früheren Priorisierungsgruppe eingeordnet wurden, ist für die gesamten Feuerwehren in Niedersachsen nicht nachzuvollziehen“, findet Kreisbrandmeister Andreas Tangemann.

Wolf hofft, peu à peu beim Impfen voranzukommen und dabei auch „vernünftig ein bisschen zu flexibilisieren“. Und in der Feuerwehr gebe es genug Impfwillige, sodass kein Vakzin übrig bleibt. Wegen der räumlichen Nähe zum Impfzentrum sind erst einmal nur die Ehrenamtlichen aus Wildeshausen und Düngstrup dabei.

Nicht nur der Landkreis sucht nach flexiblen Lösungen. Seit dieser Woche dürfen auch Hausärzte gegen das Coronavirus impfen. Helmut Scherbeitz, Geschäftsführer der Bezirksstelle Oldenburg der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, erwartet einen „etwas holprigen Start“. Da die Lieferung der Medikamente durch den Pharma-Großhandel erfolge, könne er nicht sagen, wie viele Dosen die Ärzte in Wildeshausen und umzu genau erhalten haben. Mehrere Kollegen hätten ihm jedoch von 18 Einheiten Biontech pro Arzt berichtet.

„Das ist noch sehr eingeschränkt“, sagt Scherbeitz, der hofft, dass die Mediziner in Zukunft mehr Impfstoff erhalten – zurzeit seien hauptsächlich die Hausärzte aktiv, aber auch Gynäkologen, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte oder Internisten könnten sich bald an der Kampagne beteiligen.

Die Ärzte versuchen nach den Angaben des KV-Bezirksstellen-Geschäftsführers, Patienten zu impfen, die älter als 80 Jahre sind und damit zur Prioritätsgruppe 1 gehören. Auch über 70-Jährige aus Gruppe 2, die schwer krank sind, könnten einen Termin erhalten. Allerdings bittet er darum, sich nicht in den Praxen zu melden. Das würde nur den täglichen Betrieb erschweren. Die Mediziner würden stattdessen von sich aus Personen ansprechen, die die Impfung besonders nötig hätten. „Das haben die Kollegen im Blick“, wirbt er um Vertrauen.

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