Post-Streik kann Unternehmen arge Probleme bereiten

Großes Warten auf Pakete

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Regina Kolhoff mit einem ihrer „Kunden“

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Die Post streikt – schon bald dürften sich Pakete und Päckchen, die eigentlich zeitnah von DHL ausgeliefert werden sollten, in den Zentren türmen. Was für Otto-Normalverbraucher nicht unbedingt schlimm sein muss, kann für Unternehmer schwer wiegende Auswirkungen haben, wenn das große Warten angesagt ist. Wir haben mit Vertretern von drei Wildeshauser Firmen gesprochen.

Fast täglich fährt bei der Firma Paul Schmidt Heizung und Sanitär ein DHL-Fahrzeug vor, um wichtige Waren zu liefern. „Dabei handelt es sich zu fast 100 Prozent um Material für den Kundendienst oder Großbaustellen“, erklärt Bürokauffrau Christin Petermann. „Meistens sind wir auf diese Dinge auch kurzfristig angewiesen, um die Kunden vernünftig bedienen zu können.“

Sollten sich die Lieferungen längere Zeit verzögern, könne das echte Probleme bringen. „Oft bestellen wir Ersatzteile, die dringend zum Beipiel nach einem Wasserrohrbruch bei einem Kunden benötigt werden. Wenn wir diese dann nicht pünktlich bekommen, sieht es schlecht aus“, erklärt Petermann. Selbst abholen sei kaum möglich, da sich die Lieferfirmen weit entfernt befänden: „Es macht sich nicht gut, wenn wir fest zugesagte Termine verschieben müssen, weil wir die Ersatzteile nicht haben.“ Durch den Streik erhalte das Unternehmen auch mehrere Tage keine normale Post wie Briefe oder Rechnungen: „Das ist ganz schlecht. Unter anderem wegen der Skontofristen. Außerdem ist es Mehrarbeit, wenn dann alle Briefe auf einmal kommen.“

Adelbert Dörries, Leiter Technischer Einkauf bei Hermes Systeme, spricht sogar von Konventionalstrafen beim Nichteinhalten von Lieferfristen: „Der Streik kann für uns zu einem richtig großen Problem werden. Es dreht sich nicht nur um Rechnungen und Angebote von Firmen, sondern auch um die Teile, die wir dringend benötigen.“ Wenn auch nur eines davon nicht rechtzeitig geliefert werde, könne die Produktion schon ins Stocken geraten: „Da wir feste Abgabetermine haben, kann es sehr eng werden, und unsere Leute müssten am Wochenende arbeiten, um die Termine zu halten. Ansonsten kann es in der Tat zu empfindlichen Strafen kommen.“ Es sei ein Arbeitskampf, der auf dem Rücken der weiteren Bevölkerung ausgetragen werde.

In „Charlys Tiershop“ hat Regina Kolhoff einen ihrer vierbeinigen „Kunden“ auf dem Arm. Auch sie bekommt einiges per DHL geliefert: „Ich habe schon einen Anruf von einer Firma bekommen, dass mein bestelltes Frostfleisch nicht geliefert werden kann, weil gestreikt wird.“ Da aber die Kunden darauf warteten, müsse sie es nun selbst abholen: „Das ist zwar ärgerlich, aber davon geht mein Laden nicht pleite. Ich kann es schon verstehen, wenn die Post-Mitarbieter auf diese Weise ihre Forderungen durchsetzen wollen.“ Dann müsse sie ihre Kunden eben davon in Kenntnis setzen, dass es mit einigen Artikeln zurzeit etwas eng ist.

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